09.03.2009 | Autor / Redakteur: Rüdiger Kroh / Rüdiger Kroh

Vom 8. bis 11. Juni 2010 wird die AUTOMATICA In München wieder Treffpunkt der internationalen Automatisierungs- und Robotik-Szene sein. Über die Messeziele, die Entwicklung in der Automatisierungsbranche und die Highlights der 4. AUTOMATICA sprachen wir mit AUTOMATICA-Projektleiterin Anja Schneider.
Schneider: Natürlich gibt es noch Potential. Wir haben allerdings insofern eine Sondersituation, da unsere Aussteller- und Besucherwerbung mitten in die Wirtschaftskrise fällt. Doch die führenden Anbieter der Automatisierungsbranche haben sich schon wieder für die AUTOMATICA entschieden: 15 Monate vor Messebeginn sind bereits über 20000 m² Fläche gebucht, das sind zwei Drittel der Gesamtfläche von 2008. Unser Ziel ist, das Ergebnis der AUTOMATICA 2008 mit 868 Aussteller möglichst zu übertreffen. Ob das in der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation möglich ist, wird sich zeigen.
Schneider: Richtig, auch auf der Besucherseite sehen wir noch Potential. 2008 gelang uns mit rund 32000 Besuchern aus 100 Ländern ein neuer Rekord, das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Auch hier ist unser Ziel, den Level, vor allem auf internationaler Ebene, weiter anzuheben, selbst wenn heute eine Prognose schwierig ist. Niemand kann derzeit sagen, wie lange die Krise dauert und wann der Turnaround kommt. Klar ist aber: Wir werden unsere Marketinganstrengungen in ganz Europa weiter verstärken und auch gezielt Kampagnen in Boommärkten wie Indien oder China fahren. Unsere Besucherkampagne läuft erst an. Mit etwas Glück kommt sie genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich dann, wenn unsere Besucherbranchen, etwa die Automotive-Branche oder die Elektro- und Elektronikindustrie, wieder „Wasser unter dem Kiel“ haben. Dann kann die AUTOMATICA der Auslöser für Investitionen sein.
Schneider: Selbstverständlich bleibt auch die Automatisierungsbranche von der Wirtschaftskrise, insbesondere mit Blick auf die aktuellen Absatzprobleme der Automobilindustrie, nicht unberührt. Der aktuelle Auftragseingang spricht da eine deutliche Sprache. Positiv ist deshalb, dass sich beispielsweise alle führenden Hersteller von Industrierobotern bereits für die AUTOMATICA 2010 wieder mit repräsentativen Standflächen angemeldet haben. Wir können verstehen, dass sich manche kleinere Unternehmen derzeit zurück halten und erst einmal abwarten, ehe sie sich für einen Messeauftritt entscheiden – aber wie gesagt, liegen wir derzeit im Plan. Auf der anderen Seite gibt es gute Gründe, dass die Automatisierung als Gewinner aus der Krise hervorgeht. Sie kann dazu beitragen, Kosten zu senken, gleichzeitig Produkte zu verbessern und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Unternehmen, egal aus welchen Industrien, werden hierauf ihr Augenmerk legen, wenn ein Ende der Krise absehbar ist und es um strategische Weichenstellungen für die Zukunft geht. Uns ist deshalb nicht bange: Wir sehen optimistisch in die Zukunft, weil wir es mit einer Branche zu tun haben, welche die Weichen für die Zukunft stellt. Und die AUTOMATICA ist ein wichtiger Bestandteil dieser Branche.
Schneider: Die Stärke der AUTOMATICA liegt in Komplettlösungen für fertigungstechnische Herausforderungen. Bei der Bildverarbeitung können wir vor allem in den Bereichen Systemgeschäft und Robot Vision punkten. Im Bereich der Automatisierungs-komponenten werden wir noch zulegen. Wir sind zuversichtlich, dass noch mehr Komponentenhersteller nach München kommen werden. Man muss Ihnen nur bewusst machen, dass ihre Kunden hier stark vertreten sind. Das ist unsere Aufgabe.
Schneider: Das Highlight schlechthin sind ganz sicher die Präsentationen der Aussteller, die sich mit aufwendig gestalteten Ständen in Szene setzen und dort ihre Innovationen und Produktneuheiten präsentieren. Hervorheben möchte ich außerdem das International Symposium on Robotics, das gemeinsam mit der Deutschen Robotikkonferenz als weltweit größter Robotikkongress im Internationalen Congress Center München stattfinden wird. Erwartet werden rund 300 Teilnehmer aus aller Welt. Daneben gibt es zahlreiche Veranstaltungen, allen voran das AUTOMATICA-Forum mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen quer durch alle Anwenderbranchen. Fester Bestandteil der AUTOMATICA ist die Innovationsplattform Servicerobotik, auf der führende Roboter-Hersteller, -Zulieferer und -Forschungsinstitute den neuesten Stand der internationalen Servicerobotik präsentieren. Die Besucher dürfen die Roboter anfassen, selbst ausprobieren und können technische Details mit den anwesenden Entwicklern diskutieren. Auch das Thema Mechatronik wird die AUTOMATICA in seinen verschiedenen Facetten beleuchten. Nähere Informationen zu alle diesen Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.automatica-munich.com. Wir sind gerade dabei, unsere Webseiten völlig neu zu gestalten. Es lohnt sich also, am Ball zu bleiben und immer wieder mal online zu gehen.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 291873)