01.09.2009 | Autor / Redakteur: Rüdiger Kroh / Rüdiger Kroh

Wohin geht der Weg der Roboterbranche? Manfred Gundel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH, sieht großes Wachstumspotenzial bei Servicerobotern. Für die Augsburger ist die Servicerobotik deshalb keine kurzfristige Entwicklung, sondern eine Langfriststrategie.
Gundel: Die Realität sieht leider noch schlechter aus. Die Roboterbranche wird 2009 mit einem Minus von 20% nicht auskommen, sondern darunter liegen. Der weltweit größte Robotermarkt Japan liegt am Boden, dort gab es im April und Mai Einbrüche von 60%. Für Kuka erwarte ich in diesem Jahr trotz Marktanteilsgewinnen einen Rückgang, der etwa nur halb so hoch ist wie bei den Wettbewerbern.
Gundel: Für die Kuka Roboter Group war 2008 das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte und wir konnten unsere Produktion auf 10 000 Roboter steigern. Der Knick war zwar schon im 3. Quartal erkennbar, aber wir sind im Umsatz um über 10% auf 475 Mio. Euro gewachsen.
Gundel: Wir haben jetzt vier rückläufige Quartale hinter uns und ich sehe noch vier weitere vor uns, in denen die Branche auf diesem niedrigen Niveau bleiben wird. Mich interessieren aber nicht nur die nächsten zwei Jahre, sondern als Technologieführer müssen wir gerade in der jetzigen Situation sehr viel investieren und uns richtig aufstellen. Deshalb wird Kuka im nächsten Jahr auf der Automatica wieder mit Innovationen aufwarten und ich gehe davon aus, dass die Messe genau zu dem Zeitpunkt kommt, zu dem der Markt wieder anzieht.
Gundel: Es wird neue Entwicklungen geben, sowohl hinsichtlich der Mechanik als auch der Steuerung. Die neue Technik, die dabei zum Tragen kommen wird, wird sicher Benchmark für die nächsten Jahre. Mechatronik lautet ein Schlagwort, das heißt Maschinenbau, Elektronik und Software kombiniert mit Sicherheitstechnik. Die Basistechnik führt uns dann auch in die Servicerobotik.

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