Servicerobotik

Wenn der Roboter zum Altenpfleger wird

04.11.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Thilo Brodtmann, VDMA: „Die Bedürfnisse der älteren Menschen abzudecken, wird Ziel der Robotik in der Zukunft sein.“ Bild: Schreier

Der internationale Robotikverband IFR sagt der Servicerobotik seiner jüngsten Prognose beachtliche Wachstumsraten voraus. Über die wirtschaftlichen Chancen und den gesellschaftlichen Nutzen dieser Technologie sprachen wir mit Thilo Brodtmann, Geschäftsführer der VDMA-Fachgemeinschaft Robotik + Automation.

Herr Brodtmann, in der Agenda Robotic Visions 2020 von Europ ist zu lesen, dass die Robotik ein Schlüsselelement sein wird, wenn es darum geht, die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Klingt echt toll, doch was hat man sich konkret darunter vorzustellen?

Brodtmann: Zurückblickend kann man schon einmal festhalten, dass mehr Automatisierung mehr Arbeitsplätze geschaffen hat, nicht weniger. Wenn es gelingt, Robotik und Automatisierung auch in den Mittelstand zu tragen, darf man davon ausgehen, dass auch der Mittelstand noch wettbewerbsfähiger wird und neue Arbeitsplätze schafft.

Ein wichtiges Thema ist die alternde Gesellschaft. Was kann die Robotik dazu beitragen, die damit zusammenhängenden Probleme zu lösen?

Brodtmann: Die Bedürfnisse der älteren Menschen abzudecken, wird Ziel der Robotik in der Zukunft sein. Im Augenblick ist die Situation die, dass es durch die demografische Entwicklung immer schwieriger wird, die alternde Gesellschaft richtig zu versorgen. Technologisch stellen wir uns vor, dass wir relativ bald in der Lage sein werden, in dieser Hinsicht etwas zu leisten und die passende Technik anzubieten. Allerdings muss noch für nötige Akzeptanz gesorgt werden, dass ein alter Mensch von einem Roboter unterstützt und gepflegt wird.

Gibt es in diesem Bereich bereits vorzeigbare Produkte oder zumindest Visionen?

Brodtmann: So kann man beispielweise auf den Care-Robot verweisen, der in einer musterhäuslichen Umgebung durchaus in der Lage ist, Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, mit Getränken oder Medikamenten zu versorgen. Außerdem löst der Roboter Alarm aus und ruft Hilfe herbei, wenn jemand hinfällt. Die ersten Schritte sind also gemacht und vorzeigbar.

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