MM-Roundtable

Wohin steuert die Robotik?

04.11.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

MM-Robotik-Roundtable in Regensburg (v.l.n.r.): Wilfried Eberhardt (Kuka), Joachim Melis (Adept), Axel Burscheid (Motoman), Dr. Michael Wenzel (Reis), Thilo Brodtmann (VDMA). Bild: Martin Scharrer

Am Rande der Jahrestagung des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation in Regensburg sprach MM Maschinenmarkt mit Vertretern der Roboterindustrie und des VDMA über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche und über Zukunftstrends in der Robotertechnik.

Die Gesprächspartner waren:

Thilo Brodtmann, Geschäftsführer, VDMA-Fachverband Automation + Robotik

Axel Burscheid, Leiter After Sales, Yaskawa-Motoman

Wilfried Eberhardt, Managing Director Europe, Kuka Roboter

Joachim Melis, Vice President Europe, Adept Technology

Dr.-Ing. Michael Wenzel, Geschäftsführer, Reis Robotics

Kürzlich wurde die neueste Studie der International Federation of Robotics veröffentlicht. Für das laufende Jahr wird mit einem weltweiten Einbruch der Roboterlieferungen um 40% gerechnet. Danach soll es aber wieder mit Wachstumsraten von durchschnittlich 15% aufwärts gehen. Offen lässt die Studie, ob die Erholung schon 2010 oder erst 2011 einsetzen wird. Herr Eberhardt, wie sind die Erwartungen bei Kuka für das kommende Jahr?

Eberhardt: Wir erwarten eine moderate Erholung. Ich denke, dass die 15% etwas zu hoch gegriffen sind. Aktuell hat sich die Lage schon etwas gebessert. Bei Kuka stellen wir einen erhöhten Auftragseingang fest. Das heißt, die Talsohle wird gerade durchschritten mit leichten Tendenzen nach oben. Wenn man dieses für das nächste Jahr fortschreibt, kann man von einer moderaten Erholung – ich würde sagen 5 bis maximal 10% – ausgehen.

Herr Melis, mit Blick auf das Scara-Segment. Sind die Scara-Roboter in diesem Jahr in gleichem Maße betroffen und wann rechnen Sie mit einer Markterholung?

Melis: Die Scara-Roboter sind in einem ähnlichen Ausmaß betroffen, weil im deutschen Markt auf Scara-Roboter sehr häufig für Montage- und Handhabungsanwendungen gerade im Automobil- und Zulieferbereich eingesetzt werden. Von daher sind wir natürlich vom starken Rückgang des Automobilgeschäftes ganz klar betroffen. Die Einbrüche liegen zur Zeit in der Größenordnung von 30 bis 35%, wobei auch im Scara-Bereich eine Bodenbildung zu sehen ist. In den letzten Wochen konnten Zuwächse beim Auftragseingang realisieren. Andere Bereiche, in denen Scaras eingesetzt werden, wie Pharmaindustrie oder Medizintechnik, sind nicht so stark betroffen. Allerdings ist der prozentuale Anteil am Gesamtgeschäft gerade in Deutschland nicht so groß wie im Automotivebereich. Für das kommende Jahr erwarte ich ein Plus in der Größenordnung von 5, vielleicht von 10%. Für 2011 sind die genannten meiner Meinung nach 15% nicht unrealistisch.

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