19.11.2009 | Autor / Redakteur: Rüdiger Kroh / Rüdiger Kroh

Die Roboterbranche wird in diesem Jahr arg gebeutelt. In seiner aktuellen Studie „World Robotics 2009 – Industrial Robots“ prognostiziert das Statistical Department der International
Die Roboterbranche wird in diesem Jahr arg gebeutelt. In seiner aktuellen Studie „World Robotics 2009 – Industrial Robots“ prognostiziert das Statistical Department der International Federation of Robotics (IFR) einen weltweiten Rückgang der Roboterlieferungen um 40%.
Aber die Experten sagen auch eine Erholung für die Jahre 2010 bis 2012 voraus — mit dann wieder durchschnittlichen Wachstumsraten von 15%. Wie schätzen nun die Unternehmen des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation die aktuelle Situation ein? Im Rahmen der Mitgliederversammlung lud der MM Maschinenmarkt zu einer Gesprächsrunde über Perspektiven und Zukunftstrends ein.
Als etwas zu hoch beurteilte dabei Wilfried Eberhardt, Managing Director Sales & Marketing der Kuka Roboter GmbH, die 15% Wachstum. „Die aktuelle Lage hat sich schon etwas gebessert und wir haben aktuell einen erhöhten Auftragseingang festzustellen. Die Bodenbildung wird gerade durchschritten und für das nächste Jahr erwarten wir eine moderate Erholung von eher 5 bis maximal 10%.“
Im gleichen Maße von der Krise betroffen sind die Scara-Roboter. „Die Einbrüche liegen in der Größenordnung zwischen 30 und 35%“, erklärte Joachim Melis, Geschäftsführer der Adept Technology GmbH, „gerade weil Scaras im deutschen Markt sehr häufig für Montage- und Handhabungsanwendungen im Automobil- und Zulieferbereich eingesetzt werden.“
Andere Segmente wie Pharmazie oder Medizintechnik seien nicht so stark betroffen. „Die Zuwächse werden im nächsten Jahr relativ zögerlich sein, ich erwarte ein Plus von 5, vielleicht 10%. Langfristig sind natürlich die 15% im Jahr 2011 nicht unrealistisch, und da habe ich eigentlich recht gute Hoffnung“, so Melis.
Mit den Robotern leidet natürlich auch das Systemgeschäft, für das Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer der Reis GmbH & Co. KG, aber gute Aussichten voraussagt. „Der Markt fordert immer mehr komplette Lösungen, diese werden komplexer und die eingesetzten Techniken umfassender. Von daher hat das Systemgeschäft Perspektive und wird, sobald die Talsohle durchschritten ist, sicherlich überproportional zulegen.“
Das ist bei der Automobilindustrie kaum zu erwarten. „Die starke Abhängigkeit von der Automotive-Industrie ist aber nicht mehr in dem Maße gegeben“, betonte Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des VDMA Robotik + Automation. „Es ist der Roboterbranche Gott sei Dank in der Vergangenheit gelungen, auch in anderen Bereichen außerhalb der Automobilindustrie zu punkten.“
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