Roboter

Robotikindustrie verbreitet für das laufende Jahr wieder Optimismus

12.04.2010 | Autor / Redakteur: Rüdiger Kroh / Rüdiger Kroh

Die Roboter-Hersteller erwarten für dieses Jahr einen deutlich besseren Absatz als im Krisenjahr 2009. Bild: Fanuc

Der Einbruch kam überraschend und heftig: Um 50% ging der weltweite Roboterabsatz im vergangenen Jahr zurück. Doch laut IFR-Bericht hat eine langsame Erholung bereits eingesetzt. Die wichtigsten Impulse dafür kamen von den Wachstumsmärkten in Asien, besonders von China.

Im vergangenen Jahr brachen die Stückzahlen von verkauften Industrierobotern laut der jüngsten Veröffentlichung des IFR Statistical Department im Vergleich zu 2008 weltweit um 50% ein. Aber seit dem 3. Quartal 2009 geht es wieder aufwärts. „2009 war das schwierigste Jahr für die weltweite Roboterindustrie“, kommentierte Åke Lind-qvist, Präsident der International Federation of Robotics (IFR), ABB, USA, die Zahlen. „Auch 2010 wird ein Jahr mit großen Herausforderungen für unser Geschäft werden. Es wird einige Zeit dauern, bis unsere Kunden die notwendigen Projekte realisieren können. Ich bin aber überzeugt, dass die Automatica im Juni in München wesentliche Impulse für neue Investitionen in die Automation geben wird.“

Wichtigste Impulse für Roboter-Erholung aus Asien

Durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise stürzten im ersten Quartal 2009 die Verkaufszahlen von Industrierobotern dramatisch ab. Hauptsächlich die Bestellungen der Automobilindustrie wurden storniert oder verschoben, heißt es von Seiten der IFR. Nach einem weiteren Rückgang im 2. Quartal 2009 sind die Verkäufe von Industrierobotern seit dem 3. Quartal wieder gewachsen.

Die wichtigsten Impulse für die langsame Erholung kamen von den Wachstumsmärkten in Asien, besonders von China. Auch in Nordamerika stiegen die Roboterverkäufe seit dem 3. Quartal. In Europa begann die Erholung erst ab dem 4. Quartal. Die IFR schätzt, dass die Verkaufszahlen erst 2012 wieder an das Niveau von 2008 herankommen werden.

Automobilschwäche trifft japanische Roboter-Hersteller hart

Mit Blick auf den asiatischen Markt urteilte Junji Tsuda, IFR-Vizepräsident, Yaskawa/Motoman, Japan: „Nachdem die Investitionen der japanischen Automobilhersteller sechs Jahre lang kontinuierlich gestiegen sind, hat der Einbruch der Wirtschaft einen gewaltigen Überschuss der Produktionskapazitäten aufgedeckt. Das hat die japanische Roboterindustrie hart getroffen.“ Neue Investitionen gingen hauptsächlich in die Fertigung von Hybrid-Elektro-Autos und in neue Modelle von leichten und umweltfreundlichen Autos.

Die Automobilindustrie in China habe stark wachsen können und trotz der schwierigen Wirtschaftssituation außerhalb Chinas weiter investiert. Es werde erwartet, dass sich das auch in den nächsten Jahren noch fortsetze. „Die Aussichten für eine Erholung der Robotikindustrie in Asien sind daher 2010 gut, aber das Tempo ist nicht vorhersagbar“, so Tsuda.

Roboter-Erholung in Europa erwartet

Dr. Andreas Bauer, Vorsitzender der IFR Robot Suppliers Group, Kuka, Deutschland, fügte hinzu: „Wir sind zuversichtlich, dass die weltweit gestiegenen Verkaufszahlen der letzten Quartale von 2009 der Beginn einer Erholung auch in Europa sind. Ich bin sicher, dass die weltweiten Megatrends wie Nachhaltigkeit, fortschreitende Industrialisierung und der demografische Wandel die Robotikindustrie für viele weitere Jahre vorantreiben werden.“

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