08.11.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Die italienischen Werkzeugmaschinen-Hersteller konnten im dritten Quartal 2010 weiter steigende Aufträge verzeichnen. Der Index der Bestellungen stieg um 24,9% zum Vorjahreszeitraum, wie der italienische Verband für Werkzeugmaschinen, Robotik und Automation Ucimu mitteilt. Allerdings bleiben das Niveau niedrig, und die Entwicklung auf dem Inlandsmarkt und im Export driften immer mehr auseinander.
Der absolute Indexwert für die Werkzeugmaschinen-Aufträge liegt laut Ucimu immer noch bei gerade 46,7 Punkten (Basis 2005=100). Motor des Aufschwungs ist die Nachfrage aus dem Ausland: Deren Index der Bestellungen stieg um 56,8% im Vergleich zum dritten Quartal 2009 auf einen Indexwert von 86,4. Die Auftragseingänge vom italienischen Inlandsmarkt hingegen sanken mit dem Auslaufen der Tremonti-Ter-Regelung zum 30. Juni um 22,6% auf 15,4 Punkte.
Damit hat der Index der Inlandsbestellungen ein noch die dagewesenes Tief erreicht. Der Indikator weist nach Ansicht von Ucimu eindeutig auf eine konkrete Gefahr für die ganze Industrie des Landes hin. Das Unterlassen der Modernisierung des Maschinenparks über einen dermaßen langen Zeitraum werde sich in kürzester Zeit auf die gesamte Produktion der italienischen Hersteller auswirken.
„Das Wiederanspringen der Investitionen in Produktionsmittel seit nunmehr drei aufeinander folgenden Quartalen darf uns nicht in die Irre führen: Der Inlandsmarkt stagniert, die Nachfrage ist schwach und die Konsumzahlen sind nach wie vor niedrig“, sagt Ucimu-Präsident Giancarlo Losma. Das sei alarmierend, denn es zeige die Tendenz der Herstellerbranche zu einer andauernden technischen Rückständigkeit, die zum endgültigen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Italiens insgesamt führen werde.
Ucimu fordert deswegen in Italien die Einführung eines Systems freier Abschreibungen nach dem Vorbild der USA, um die Nachfrage wieder in Schwung zu bringen. „Wir sind überzeugt davon, dass dieses System als Anreiz für Investitionen in Produktionsmittel wirken kann und eine Liberalisierung der Abschreibungen, die ja nur einer bloßen zeitlichen Verschiebung der Steuereinnahmen gleichkäme, durch die Steuervorschreibungen aus den Maschinenverkäufen noch mehr Gelder in die Staatskasse fließen lässt”, erläutert Losma.
Darüber hinaus unterstreicht Ucimu seine Forderung nach einer Wiedereinführung der steuerlichen Begünstigung von Gewinnen, die in High-tech-Maschinen reinvestiert werden. „Deren Vorteile haben sich direkt und sofort an der Entwicklung der Bestelleingänge aus dem Inland messen lassen, die in den drei Quartalen, in denen die Maßnahme in Kraft war, anstiegen und mit deren Auslaufen zurückgingen”, meint der Ucimu-Präsident.
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