Sicherheit

So funktionieren Sicherheitsvorschriften für Maschinen, Anlagen und Geräte in Nordamerika

08.07.2008 | Autor / Redakteur: Thomas Kloft / Ute Drescher

„Nur Prüflabore können in den USA Konformitätszeichen anbringen“, sagt Thomas Kolft, Prüfingenieur bei der Intertek Deuschland GmbH.

Hersteller, die Produkte nach Nordamerika exportieren, müssen unterschiedliche Sicherheitsanforderungen und Produkthaftpflichtrisiken berücksichtigen. Eine Zulassung durch ein akkreditiertes Prüflabor kann viel Ärger ersparen.

Nordamerika ist anders – Diese Feststellung machen viele Unternehmen, die ihre Produkte in den USA oder Kanada auf den Markt bringen. Vor allem Hersteller von elektrisch betriebenen Geräten werden mit zahlreichen grundlegenden Unterschieden in den Sicherheitsvorschriften von Nordamerika konfrontiert. Die amerikanischen Normen und gesetzlichen Regelungen sind für deutsche und europäische Entwickler nicht immer nachvollziehbar.

In den USA existieren keine gesetzlichen Vorschriften, dass ein Produkt beim Eintritt in den Handelsraum ein Konformitätszeichen tragen muss. Ausgenommen sind hiervon Medizinprodukte, die eine FDA-Zulassung (Hygienevorschriften) benötigen oder Produkte die unter die FCC-Richtlinie (Elektromagnetische Verträglichkeit) fallen.

Alle kommerziell eingesetzten Produkte müssen jedoch mindestens den gesetzlichen Anforderungen der OSHA entsprechen. Die Occupational Safety and Health Administration (Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz) veröffentlicht Richtlinien für die Sicherheit in Betrieben und Arbeitsstellen.

Sie verfügt über mehr als 1000 Inspektoren, die jährlich mehrere zehntausend Betriebe und Fertigungsstätten in den USA nach dem Zufallsprinzip inspizieren.

Nur Prüflabore dürfen Produkte zertifizieren

Nur von der OSHA akkreditierte Prüf- und Zertifizierungsinstitute, so genannte NRTL (Nationally Recognized Testing Laboratories) sind berechtigt, Produkte für den nordamerikanischen Markt zu testen und zu zertifizieren. In Betrieben erfolgt die Genehmigung zur Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen durch lokale Inspektoren, den AHJ (Authority Having Jurisdiction). Diese sind auch unter dem Namen „Code Enforcement Officers“ bekannt. Wird die Konformität einer Anlage oder Maschine mit den Normen angezweifelt, kann diese vorläufig gesperrt werden („Red Tag“).

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