Arbeitsschutz

Modulare Sicherheitssysteme reduzieren Stillstandszeiten um 34%

14.10.2009 | Autor / Redakteur: Charles Skaggs / Monika Zwettler

Im Rahmen eines RIA-(Rapid-Improvement-Activity-)Programms besuchen die Mitarbeiter einen eintägigen Sicherheitskurs. Anschließend untersuchen sie ihre Applikation auf verbesserungsbedürftige Objekte. Bild: Goodyear

Um die Sicherheit in seinen Produktionsstätten zu erhöhen, hat ein Reifenhersteller seine Sicherheitsstruktur überarbeitet. Mit einem System im Baukastenprinzip und geschulten Sicherheits-Teams konnten die Arbeitsunfälle und damit die Stillstandszeiten in einem Werk um 34% reduziert werden.

Jahrzehntelang galt Sicherheit vor allem in den USA als Hemmschuh und Hindernis für die Fertigungsproduktivität. Aus diesem Grund führten viele Hersteller Sicherheitsrichtlinien und -methoden nicht ein oder umgingen bereits umgesetzte Vorschriften, was nicht selten katastrophale Folgen hatte.

Zwei schwere Arbeitsunfälle führen zum Umdenken

Im Goodyear-Reifenwerk in Gadsden (Alabama/USA) zum Beispiel kam es deshalb 2006 zu zwei schweren Arbeitsunfällen, als Mitarbeiter in die Abwickel- und Schneidanlagen der Fabrik gerieten. Danach wollte die Unternehmensleitung nicht mehr hinnehmen, dass das Werk Gadsden in Sachen Sicherheit unter allen Goodyear-Fabriken seit Jahren auf einem der hinteren Plätze rangierte.

Anlässlich der ersten Konferenz des Safety Automation Forum (SAF) wurde eine Abhandlung zum Thema „Wirtschaftlichkeitsaspekte sicherer Automatisierung“ vorgelegt. Die anschließende Studie von Goodyear bezog auch Erkenntnisse des Branchenverbands RMA (Rubber Manufacturers Association) ein, denen zufolge die Auf- und Abwickelvorrichtungen der Gewebeschneidmaschinen und Kalander das meiste Gefahrenpotenzial haben.

3 Mio. US-Dollar für Sicherheit bereitgestellt

Die RMA hat deshalb empfohlen, sich auf die Verbesserung der Sicherheit der Auf- und Abwickelvorrichtungen zu konzentrieren. Folgerichtig verlangte das Management die Einführung von Sicherheitsvorschriften und stellte für dieses Projekt 3 Mio. US-Dollar bereit.

Um den Sicherheitsbedarf der Maschinen zu ermitteln, holte sich Goodyear Unterstützung bei Rockwell Automation. Der Automatisierungsanbieter empfahl ein modulares System nach dem Baukastenprinzip, die sich auf verschiedene Maschinen anwenden ließ.

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