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Nachhaltige Produktion Award

Lösemittel besser recyceln

| Redakteur: Stéphane Itasse

Das Modul E-Sorb zur Lösemittelrückgewinnung ist auch auf dem Stand der TU Clausthal bei der Hannover-Messe 2014 zu sehen.
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Das Modul E-Sorb zur Lösemittelrückgewinnung ist auch auf dem Stand der TU Clausthal bei der Hannover-Messe 2014 zu sehen. (Bild: TU Clausthal)

Beim Verpackungsdruck mussten kleinere und mittlere Unternehmen ihre Lösemittelabgase bisher verbrennen. Ein neues Verfahren der TU Clausthal ermöglicht jetzt das Recycling.

Im Flexo-Verpackungsdruck werden aus Qualitätsanforderungen an die Farbtiefe und -brillanz vorwiegend organische Lösemittel eingesetzt, wie die Hochschule berichtet. Diese verdampften beim Trocknen in Form von VOC-haltigen Abgasen, die nicht in die Umgebungsluft emittiert werden dürfen. Vielfach seien regenerative Nachverbrennungsanlagen zur Behandlung dieser Abgase implementiert.

Recycling auch für geringere Lösemitteleinsätze wirtschaftlich gemacht

Ab einem Lösemitteleinsatz von circa 1 t/h ist heutzutage eine adsorptive Aufkonzentration und anschließende Kondensation zur Rückgewinnung der Lösemittel wirtschaftlich möglich, die jedoch anschließend aufwändig aufgearbeitet werden müssen, wie es heißt.

Um schon für geringere Lösemitteleinsätze zwischen 100 und 500 kg/h eine wirtschaftlich tragfähige Rückgewinnung zu ermöglichen, könne ein Absorptionsverfahren mit Hochsiedern eingesetzt werden. Das von der TU Clausthal vorgestellte Modul E-Sorb ist hierfür nach Angaben der Hochschule ein Baustein. Im Gegensatz zu marktüblichen Verfahren werde im neu entwickelten Modul eine größere Stoffübergangsfläche durch Zerstäubung des Hochsieders erzeugt. Versuche im Rahmen eines durch die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Vorhabens zeigten, dass damit eine deutliche Verbesserung des Stoffübergangs erreicht werde und somit auch Abgase mit höheren Beladungen an organischen Lösemitteln behandelt werden könnten. Durch den Verzicht auf Wasserdampf gelinge die Aufarbeitung der Lösemitteldämpfe mit einem deutlich geringeren Energieaufwand.

Lösemittel-Recycling amortisiert sich innerhalb von zwei bis drei Jahren

Vergleiche hätten gezeigt, dass durch den Einsatz einer Rückgewinnung mit absorptiver Aufkonzentration eine sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Alternative zur Nachverbrennung gegeben sei. Die höheren Investitionen für das Recycling im Vergleich zur Nachverbrennung würden durch die niedrigeren Betriebskosten rasch wettgemacht. Bei einem typischen Mittelständler rechnet die TU mit einer Amortisationszeit von zwei bis drei Jahren.

Für diese Entwicklung hat die TU Clausthal auf der Hannover-Messe den nachhaltige Produktion Award bei der Industrial-Greentec-Conference in der Kategorie Forschung & Entwicklung gewonnen.

TU Clausthal auf der Hannover-Messe 2014: Halle 2, Stand A08

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