07.08.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) in Hannover bekräftigt seine Forderung nach einer Revision des Ausstiegs Deutschlands aus der Kernenergie. Der Verband sieht sich durch die jüngsten Aussagen einer Expertengruppe des Bundeswirtschaftsministeriums bestärkt. Nach deren Worten sei die Abkehr vom Ausstieg aus der Kernenergie „ökologisch und ökonomisch sinnvoll und erforderlich“.
„Deutschland kann sich den Atomausstieg einfach nicht leisten“, so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. „Der Verzicht auf Atomkraft, die überzogene Subventionierung der erneuerbaren Energien und die nur begrenzten Maßnahmen zur CO2-Minderung im Ausland lassen Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückfallen.“
Gerade der Verzicht auf Kernenergie führe dazu, dass die geplanten Einsparungen bei den Emissionen in Höhe von 40% bis 2020 in Wirklichkeit erheblich mehr sind. „Ohne Atomstrom betragen die Minderungspflichten nach Berechnungen des VEA de facto 53%. Das heißt: Ohne Kernenergie sind die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung in keinem Fall zu erreichen.“
Aber nicht nur der Klimaschutz spiele eine Rolle. „Die negativen Konsequenzen des Atomausstiegs sind eine geringere Versorgungssicherheit – und vor allem noch höhere Strompreise. Und das können sich deutsche Unternehmen, aber auch die durch zahlreiche Preiserhöhungen gebeutelten Privatkunden auf keinen Fall leisten.“
Der VEA plädiert daher für eine Ausdehnung der Laufzeiten für bestehende Kernkraftwerke, solange es keine wirtschaftlich vertretbaren Alternativen gibt.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 265526)