Bundesagentur für Außenwirtschaft

China und Indien bauen ihre Windkraft-Kapazitäten aus

07.08.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Die Nordex AG, Norderstedt, produziert direkt in China, und zwar in Yinchuan. Bild: Nordex

Die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung rückt nicht nur in den Industrie- sondern auch in Schwellenländern zunehmend in den Fokus. Angesichts hoher Preise für Öl und Gas und der Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke werden alternative Energiequellen auch für Indien oder die VR China attraktiv, so die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai). Die beiden asiatischen Länder schaffen es bei den installierten Windkraft-Kapazitäten inzwischen auf die Plätze vier und fünf weltweit – ein weiterer Ausbau ist geplant.

So hofft Indien, mit Steuererleichterungen und Subventionen sowohl vonseiten der Zentralregierung als auch auf Ebene der Bundesstaaten weitere Investoren für die Windkraft anzulocken. Der laufende Fünfjahrplan (2007 bis 2012) sieht die Schaffung zusätzlicher Windkraft-Erzeugungskapazitäten von 2 GW pro Jahr vor. Auf 65 GW schätzt die Indian Wind Energy Association das Windkraft-Potenzial des Landes. Die Regierung gibt sich zurückhaltender. Außerdem seien derzeit nur 15 GW mit Windkraft erzeugter Energie nutzbar. Der Rest könne aufgrund eines unzureichenden Übertragungs- und Verteilungsnetzes noch nicht ausgeschöpft werden.

China plant drei Windkraft-Megavorhaben

Auch die VR China verfügt über ein beachtliches Windkraft-Potenzial. Die Chinese Wind Energy Association schätzt die Windressourcen des Landes auf 250 GW. Das Potenzial für Offshore-Kapazitäten im Windkraft-Bereich soll noch weit darüber liegen. Unter dem Projektnamen „Fengdian Sanxia“ (etwa: „die drei Schluchten der Windenergie“, in Anlehnung an den Drei-Schluchten-Staudamm) plant das Land drei Windkraft-Megavorhaben, mit einer Kapazität von jeweils mehr als 10 GW, die - sollten sie realisierbar sein – weltweit einzigartig sind. Zum Vergleich: der derzeit größte europäische Windpark hat ein Volumen von nur 170 MW. Mit dem Bau des ersten chinesischen Windpark-Projektes, das allerdings aus 30 Einzelphasen besteht, wurde bereits begonnen.

Platz auf dem Windkraft-“Olymp“ soll 2020 erreicht sein

Mit solchen Windkraft-Megaprojekten, aber auch zahlreichen kleineren Vorhaben will die Volksrepublik auf den Windkraft-Olymp aufsteigen. Bereits 2008 könnte Indien überholt werden, und spätestens 2020 dürfte das Land auf Rang eins vorrücken. Bis dahin müssen allerdings einige Probleme gelöst werden. Auch in China ist die Einspeisung des mit Windkraft Stroms angesichts eines veralteten Netzes schwierig.

Für die Hersteller von Windkraft-Anlagen bleiben beide Länder interessant. Sie müssen sich allerdings auf wachsenden Wettbewerb einstellen. Denn sowohl in Indien als auch in China sind neben lokalen Tochterunternehmen westlicher Windkraft-Firmen auch einheimische Ausrüster bereits stark vertreten.

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