Dürr Systems
Energieeffizienz verbessert die Wirtschaftlichkeit in der Lackiertechnik
11.12.2008 | Redakteur/Autor: Frank Fladerer
Energieeffizienz stand im Mittelpunkt eines Branchendialogs bei Dürr Systems, an dem knapp 70 Teilnehmer aus den Raum Baden-Württemberg teilnahmen. Dirk Gorges, Mitglied der Geschäftsleitung, erläuterte dabei Energiesparansätze in der Lackiertechnik.
Paket von Optimierungsmaßnahmen verbessert Energieausbeute
Erreicht wird diese Einsparung durch ein Paket von mehr als 20 verschiedenen Optimierungsmaßnahmen, die von einer ausgeklügelten Mehrfachnutzung heißer Trocknerabluft über die Konstruktion kleinerer Lackierroboter und damit auch kleinerer Lackierkabinen bis zur Konditionierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Lackierkabinen mittels einer speziell entwickelten Software reichen.
Ein weiteres Standbein des Konzepts ist ein neues Tauchverfahren für das Lackieren von Autokarosserien. Bei dem Rodip-Verfahren werden die Autos nicht wie herkömmlich durch das Tauchbecken gezogen, sondern um 360° gedreht. Dadurch können die Tauchbecken verkleinert werden, was Energie und Chemikalien einspart.
Neue Dürr-Zentrale glänzt bei Energieeffizienz
Der Leiter des Immobilienmanagements bei Dürr Systems, Ulrich Mogck, erläuterte, welche Maßnahmen zur Ressourcenschonung das Unternehmen bei seinem derzeit laufenden Ausbau anwendt. Dürr konzentriert Mitte 2009 in Bietigheim-Bissingen seine Aktivitäten. Dazu läuft ein Ausbauvorhaben mit dem Titel Campus Energy 21, das sieben Bausteine vereint.
Dürr setzt dabei auf eine Optimierung beim Neubau, die unter anderem ein optimiertes Dämmungkonzept, eine Deckenheizung mittels Betonkernaktivierung und die Beleuchtung mit natürlichem Licht beinhaltet. Darüber hinaus sollen zwei Blockheizkraftwerke 1000 kW Wärmeleistung erzeugen.
Bildergalerie vom Energieeffizienzdialog bei Dürr Systems
Der Einsatz von Geothermie, Erdwärmetauschern und einer Prozesswärmerückgewinnung in den Lackieranlagen soll ebenfalls zur Energieeffizienz des neuen Hauptquartiers beitragen. Außerdem wird eine Solaranlage installiert, die eine Spitzenleistung von 348 kWp liefern soll. 334000 kWh Strom pro Jahr wird die Solaranlage laut Planung erzeugen.
Investitionen in Energieeffizienz rechnen sich erst langfristig
Die Investitionen in Höhe von rund 50 Mio. Euro rechne sich dabei erst langfristig, wie Mogck erläuterte. Die Amortisationsdauer betrage zehn Jahre. „Das ist deutlich mehr als nach einer rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung üblich. Bei uns im Hause ist es aber Philosophie, Beschlüsse wie das Kyoto-Protokoll auch tatsächlich zu leben“, so Mogck.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „High Speed Processes and Services“ statt, die von mehreren Netzwerken in Baden-Württemberg veranstaltet wird, darunter Baden-Württemberg: Connected (bwcon) und das Kompetenznetzwerk Mechatronik.
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