Windenergie

Siemens bringt weltweit größten Offshore-Windpark ans Netz

15.12.2009 | Redakteur: Stéphane Itasse

Für den weltgrößten Offshore-Windpark London Array, der bis 2012 fertig sein soll, liefert Siemens neben den Windkraftanlagen jetzt auch die Stromnetz-Anbindung. Bild: Siemens

Mit seinen 175 Windkraftanlagen und einer Leistung von 630 MW wird der Offshore-Windpark London Array nach seiner Fertigstellung der weltweit größte seiner Art sein. Nachdem Siemens Energy den Auftrag für die Windturbinen erhalten hat, wird das Unternehmen darüber hinaus den Windpark ans Stromversorgungsnetz anbinden. Das Auftragsvolumen beträgt 128 Mio. Euro, wie Siemens mitteilt.

Auftraggeber seien die Eigner des Windparks, Dong Energy, Eon und Masdar. Der Windpark soll bis 2012 fertig gestellt sein und über die Netzanbindung ans Londoner Stromversorgungsnetz angeschlossen werden.

Erster Windpark mit 1 GW Gesamtleistung möglich

Der Windpark soll in der Themse-Mündung, rund 20 km vor der Küste von Kent und Essex entstehen. Es gebe die Option, London Array bis auf eine Leistung von 1000 MW auszubauen. Damit werde der Offshore-Windpark der erste der 1-GW-Klasse sein.

Offshore-Windparks dieser Größenordung würden besondere Ansprüche an ihre Netzanbindung stellen, wie Udo Niehage, CEO der Power Transmission Division im Siemens-Sektor Energy, erläutert. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben die elektrische Ausrüstung für zwei Offshore-Umspannplattformen liefern, die direkt am Windpark errichtet werden.

Umspannplattformen bündeln Energie der Windkraftanlagen

Die Umspannplattformen bündelten die Energie der 175 Windkraftanlagen des Typs SWT-3.6-120 mit je 3,6 MW Leistung, bevor diese via Hochspannungsseekabel an die Küste transportiert werde. Auf jeder der Umspannstationen befänden sich zwei 180-MVA-Transformatoren sowie eine Hochspannungs- und eine Mittelspannungsschaltanlage.

Darüber hinaus werde auf der Plattform die nötige Schutz- und Leittechnik installiert. Die Aufteilung auf zwei Plattformen habe den Vorteil, dass die Kabelwege innerhalb des Windparks und die Energieübertragungsverluste so klein wie möglich gehalten werden könnten, um die Energieeffizienz des Windparks zu erhöhen.

Hochspannungsseekabel bringen Windstrom zum Stromnetz

Die Transformatoren auf den Umspannplattformen würden die Spannung der Windturbinen von 33 kV auf eine Übertragungsspannung von 150 kV bringen. Hochspannungsseekabel würden den Stromtransport zum Netzeinspeisepunkt übernehmen, der sich in Cleve Hill befinden soll.

Dort errichtet Siemens nach eigenen Angaben neben einem Umspannwerk mit vier 180-MVA-Leistungstransformatoren (400/150 kV) vier Blindleistungskompensationsanlagen der Größe 50 MVAr, um die Qualitätsanforderungen des britischen Stromversorgungsnetzes (Grid Code) zu erfüllen.

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