BDEW

Erneuerbare Energien erfordern neue Stromnetze

09.02.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Erneuerbare Energien wachsen in Deutschland rasant: Seit 1998 hat sich die Zahl der Anlagen um das 21-fache erhöht. Bild: Bosch

Rund 470000 Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien haben Anfang 2009 in Deutschland Strom erzeugt, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt. Die installierte Leistung betrug gut 38100 Megawatt (MW). Diese Anlagen speisten 2008 fast 90 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom ins deutsche Netz ein. Notwendig seien jetzt deshalb neue Stromnetze.

„Damit diese Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren auch fortgeschrieben wird und ein Happy End hat, brauchen wir aber neue Stromnetze“, sagte Roger Kohlmann, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung, zur Eröffnungspressekonferenz der Messe E-world Energy & Water 2010 in Essen. Der Ausbau der Stromnetze stehe beim Umbau des Energieversorgungssystems in Deutschland an allererster Stelle.

Politik soll sich für neue Stromnetze einsetzen

Leider habe das Thema in der energiepolitischen Diskussion nicht immer den Stellenwert, der ihm zustehe. Die hohe Dringlichkeit des Netzausbaus müsse sich auch im energiepolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung widerspiegeln, forderte Kohlmann.

Die Netzbetreiber wollten in den kommenden zehn Jahren rund 40 Mrd. Euro in den Netzausbau investieren, heißt es in der BDEW-Mitteilung. Um diese Herausforderung zu meistern, seien aber investitionsfördernde wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie schnellere Genehmigungsverfahren unerlässlich. Die Genehmigungsverfahren für neue Stromnetze seien mit einer durchschnittlichen Dauer von sieben bis neun Jahren zu lang.

Stromnetze sollen nach Plan ausgebaut werden

Der Ausbau der Höchstspannungsnetze sollte einem Plan des Bundes folgen, schlägt der Verband vor. Als Vorbild könnte der Bundesverkehrswegeplan dienen. „Das Energieleitungsausbaugesetz ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dabei darf es aber nicht bleiben. Wir würden es begrüßen, wenn die Bundes- aber auch Landesregierungen weitere Instrumente entwickelten, die einem raschen Ausbau der Netze dienten“, sagte Kohlmann weiter.

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