16.03.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse
Die Finanzkrise hat auch bei den erneuerbaren Energien die M&A-Aktivitäten spürbar gebremst. Der Wert der Kapitalbeteiligungen, Fusionen und Übernahmen sank 2009 um 14% auf 33,4 Mrd. US-Dollar. Die absolute Zahl der Deals fiel sogar um 36% auf 549 Transaktionen, wie die Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers (PWC) mitteilt. Der Anteil der erneuerbaren Energien in der Energiebranche ist jedoch gestiegen.
Da in der Energiebranche insgesamt das Transaktionsvolumen um rund 50% nachgab, stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am M&A-Volumen im Jahresvergleich von 17 auf 25%, wie aus der Studie „Renewables Deals - Annual Review 2009“ von PWC hervorgeht. Die vergleichsweise positive Entwicklung bei den erneuerbaren Energien sei auf Transaktionen bei der Wasserkraft zurückzuführen. In diesem Bereich stieg das M&A-Volumen im Jahresvergleich von gut 10 Mrd. auf über 15 Mrd. Dollar. Demgegenüber brach der Gesamtwert der Transaktionen in der Windenergiebranche um 62% auf 6,3 Mrd. Dollar und in der Solarbranche um 44% auf 3,5 Mrd. Dollar ein.
Auch für 2010 zeichnet sich kein einheitlicher Trend für das M&A-Geschehen im Bereich der erneuerbaren Energien ab. „Die großen Energieversorger stehen vor erheblichen Investitionen zur Modernisierung ihrer konventionellen Kraftwerke, die im Zweifelsfall Vorrang vor weiteren Zukäufen bei Wind-, Wasser- und Solarkraft haben“, sagt Manfred Wiegand, der bei PWC für die weltweite Energieversorgungsbranche verantwortlich ist. Daraus könnten sich zwar Beteiligungschancen für Finanzinvestoren ergeben, jedoch bleibe die Ungewissheit über die Refinanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt.
Insgesamt entfielen fünf der zehn größten Transaktionen des Jahres 2009 auf den Wasserkraft-Bereich. Die größte Einzeltransaktion des vergangenen Jahres war die Übernahme eines Wasserkraftwerks am chinesischen Drei-Schluchten-Stausee durch die börsennotierte China Yangtze Power für knapp 6 Mrd. Dollar. Aus deutscher Sicht bemerkenswert sei der Verkauf von 13 Wasserkraftwerken der Eon AG an die österreichische Verbund Innkraftwerke GmbH. Mit einem Volumen von fast 2 Mrd. Dollar sei dies die drittgrößte Transaktion des Jahres 2009 gewesen.
Die Wasserkraft-Deals hatten 2009 auch Auswirkungen auf die regionale Verteilung des M&A-Volumens. In Südamerika erreicht der Gesamtwert der Deals im Bereich der erneuerbaren Energien mit gut 4,4 Mrd. Dollar mehr als das Dreifache des Vorjahresniveaus.
Dabei schlug allein die Übernahme des kolumbianischen Energieversorgers Empresa de Energia del Pacifico, der Strom nahezu ausschließlich in Wasserkraftwerken erzeugt, mit über 1,1 Mrd. Dollar zu Buche. Das Volumen der Deals mit Zielunternehmen in der Region Asien-Pazifik stieg 2009 um 32% auf gut 7,7 Mrd. Dollar.
Europa verteidigte zwar mit einem Transaktionsvolumen von gut 12,7 Mrd. Dollar seine Führungsposition, gegenüber 2008 fiel der Wert jedoch um 38%. In Nordamerika sank der Gesamtwert der Übernahmen und Beteiligungen weniger stark um 19% auf gut 7,8 Mrd. Dollar.
Im Bereich Windenergie gab es sogar einen deutlichen Zuwachs um rund 1 Mrd. auf 2,6 Mrd. Dollar. Die vergleichsweise robuste Verfassung des nordamerikanischen M&A-Marktes dürfte vor allem auf die verstärkte staatliche Förderung und Steuererleichterungen für Investitionen in erneuerbare Energien zurückzuführen sein, wie PWC mitteilt.
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