Superconducting City

Supraleiter überschreiten Schwelle zur Praxisreife

07.04.2011 | Redakteur: Udo Schnell

Das Modell einer Stadt in der Superconducting City demonstriert die Einsatzgebiete für Supraleiter. Bild: Schulz

Im Rahmen der Sonderschau Superconducting City präsentieren auf der Hannover-Messe 2011 der Industrieverband IV-Supra und Aussteller aus der ganzen Welt ihre Projekte und Produkte rund um die Supraleitung. Als weltweit größte Energietechnikmesse bietet die Energy dafür die ideale Plattform.

Namhafte, international agierende Unternehmen und Forschungseinrichtungen demonstrieren neue Konzepte, marktrelevante Verfahren und Produkte auf der Basis von Supraleitung in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Zu den Ausstellungsschwerpunkten zählen Kabel, Strombegrenzer, Transformatoren, Generatoren und Motoren, aber auch industrielle Anwendungen und die Werkstofftechnik.

Supraleiter übertragen viel Strom bei kleinem Querschnitt

Supraleiter haben einen sehr geringen Widerstand und können dadurch hohe elektrische Leistung bei kleinem Querschnitt übertragen. „Die Verfahren für die supraleitenden Bandleiter zu entwickeln hat fast zwei Jahrzehnte gedauert“, erläuterte Dr. Werner Prusseit, Geschäftsführer der Theva Dünnschichttechnik GmbH und Vorsitzender des IV-Supra, bei einem Pressegespräch auf der Hannover-Messe. „Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Heute können sie über denselben Querschnitt zweihundertmal mehr Strom transportieren als mit Kupferdraht.“

In Deutschland überschreitet die zweite Generation der Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) soeben die Schwelle zur Praxisreife. Komponenten auf Basis der neuen Technik machen die Energieerzeugung effizienter und vereinfachen industrielle Prozesse.

Supraleitender Strombegrenzer bereits im Einsatz

Ein von der Nexans Superconductors GmbH, Hürth, entwickelter supraleitender Strombegrenzer (SSB) hat in einem einjährigen Feldtest seine einzigartigen Eigenschaften unter Beweis gestellt. Der Test fand im Braunkohlenkraftwerk Boxberg von Vattenfall statt.

In der Stadt Essen wird das supraleitende Mittelspannungskabel vielleicht bald das Rückgrat der Stromversorgung. In einer Studie unter der Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben im Jahr 2010 Forschungseinrichtungen zusammen mit dem Hersteller Nexans und dem Stromversorger RWE die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit am Beispiel der Essener Innenstadt untersucht. Das Ergebnis: Ein 110-kV-Kupfer-Hochspannungskabel kann durch ein einziges 10-kV-Supraleiter-Mittelspannungskabel ersetzt werden.

Auch bei kleineren Wasserkraftwerken wurde mit supraleiterbasierten Generatoren und drehzahlvariablem Betrieb ein Durchbruch erzielt. Im denkmalgeschützten Laufwasserkraftwerk von Hirschaid wird der erste supraleiterbasierte Generator installiert werden.

Superconducting City auf der Hannover-Messe 2011: Halle 13, Stand C51

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