Energiewende

VBW - Bayerns Wirtschaft braucht stabile Energiepreise

16.05.11 | Redakteur: Jürgen Schreier

VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: Was wir jetzt brauchen, sind klare politische Zielvorgaben und einen konkreten Masterplan, dessen Umsetzung jährlich überprüft wird." (Bild: VBW)
VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: Was wir jetzt brauchen, sind klare politische Zielvorgaben und einen konkreten Masterplan, dessen Umsetzung jährlich überprüft wird." (Bild: VBW)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., fordert von den Vertretern der Bundes- und Staatsregierung einen tragfähigen Umsetzungsplan für die Energiewende. Hauptanforderungen für einen kompletten Umstieg auf die erneuerbaren Energien seien Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und Umweltverträglichkeit.

Brossardt: „Die Bedingungen und Folgen des Kernenergieausstiegs lassen sich nicht bis ins Letzte vorhersagen. Ich warne davor, den finanziellen und zeitlichen Aufwand für den Umbau auf erneuerbare Energiequellen zu unterschätzen. Was wir jetzt brauchen, sind klare politische Zielvorgaben und einen konkreten Masterplan, dessen Umsetzung jährlich überprüft wird. Aus dieser Überprüfung sind dann in einem Fortschrittsbericht die notwendigen Anpassungen abzuleiten und die nächsten Entscheidungen zu treffen.“

Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden

Wie schnell man aus der Kernenergie aussteigen können, sei davon abhängig, bis wann es gelinge, ausreichende Ersatzkapazitäten in Betrieb zu nehmen und den Strom in ausreichender Menge dorthin transportieren zu können, wo er gebraucht werde.

"Dazu müssen die Potenziale von Wasser-, Wind- und Sonnenenergie spezifiziert, aber auch die Wirtschaftlichkeit von fossilen Energien wie von Gaskraftwerken berechnet werden. Außerdem ist der Ausbau von Speicherkapazitäten sowie von rund 3600 Kilometern Hochspannungsleitungen, bis zu 380.000 Kilometern Mittelspannungsleitungen und mehreren 100.000 Kilometern Verteilnetzen nötig. Auch wenn wir es schaffen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Akzeptanz für diese notwendigen Maßnahmen in der Bevölkerung zu steigern, erscheint es sehr fraglich, ob dafür zehn Jahre ausreichen“, erklärt der VBW-Hauptgeschäftsführer.

Stabile Energiepreise für die Unternehmen überlebenswichtig

Brossardt mahnte, der Ausstieg aus der Kernenergie dürfe nicht zulasten der Industrie gehen. „Gerade für die bayerische Wirtschaft mit ihren vielen energieintensiven Unternehmen ist die Sicherung der Versorgung ebenso wie stabile Energiepreise überlebenswichtig."

Aktuelle VBW-Untersuchungen zeigten, dass die Strompreise für Unternehmen bis 2020 um knapp 40% steigen könnten, wenn wir den Ausstieg aus der Kernenergie beschleunigen. Brossardt: "Das darf nicht passieren und deshalb brauchen wir eine regelmäßige Überprüfung der erreichten Ziele innerhalb der Energiewende.“

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