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Gebäudeeffizienz

Alle Energieeffizienz-Möglichkeiten in einem Gebäude

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Mit dem Energy Efficiency Center will das Zentrum für Angewandte Energieforschung Bayern e. V. zeigen, was bei der Gebäude-Energieeffizienz alles möglicht ist.
Mit dem Energy Efficiency Center will das Zentrum für Angewandte Energieforschung Bayern e. V. zeigen, was bei der Gebäude-Energieeffizienz alles möglicht ist. (Bild: ZAE)

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Fraglos eines der fortschrittlichsten Gebäude der Welt hat das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern) in Würzburg eröffnet: Das neue Energy Efficiency Center vereint eine Vielzahl von technischen Anwendungen für mehr Energieeffizienz in Gebäuden unter einem Dach.

Eröffnet wurde das Energy Efficiency Center (EEC) nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit am Freitag auf dem Universitätscampus Hubland Nord. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie (BayStMWIVT) geförderte und von Industriepartnern finanziell unterstützte Projekt avanciert durch die vielen innovativen Gebäudekomponenten zu einem internationalen Leuchtturmprojekt, wie das ZAE Bayern erläutert.

Wie funktionieren Energieeffizienz-Tricks zusammen?

„Wir beginnen heute und hier mit einem Experiment. Es geht darum, zu erfahren, ob die vielen kleinen Tricks zur Energieeffizienz eines Gebäudes zusammen funktionieren können“, sagte Prof. Vladimir Dyakonov, Vorstandsvorsitzender des ZAE, bei der Eröffnung. Das EEC ist als Forschungs- und Demonstrationsgebäudes konzipiert, in dem die verschiedenen neuartigen Entwicklungen im Gebäudebereich erprobt und demonstriert werden können.

Ziel des Projekts war es, energieeffiziente Techniken in der Gebäudehülle zu verwenden, die in Verbindung mit einer intelligenten Gebäudetechnik zu einer hohen Primärenergieausbeute führen. Es wurden dabei in einem abgestimmten Ansatz die Gebäudehülle, das Tragwerk und die Gebäudetechnik im Sinne der Energieeinsparung, Nachhaltigkeit und Behaglichkeit optimiert.

Membrandach des Energy Efficiency Center fällt auf

Einer dieser Effizienzansätze fällt von außen sofort auf: Das EEC hat kein festes Dach, sondern eine Membran. Das Membrandach, wie es sonst vor allem in Stadien verwendet wird, erhöht die Gebäude-Energieeffizienz auf dreierlei Weise: Zum einen wird durch die Überdachung des Büro- und Laborkomplexes eine je nach Wetterprognose steuerbare Zwischenklimazone (Kaltdachraum) geschaffen, die Wärmeverluste oder Kühllasten für die darunter liegenden Büroräume senkt. Zum anderen wird der Energieeintrag und die Versorgung der Büroräume und Gänge mit Tageslicht durch die genaue Einstellung der Lichtdurchlässigkeit der Membranen und transluziden Deckenelemente optimiert. Schließlich zeichnet sich die hier umgesetzte textile Architektur durch einen geringen Materialeinsatz und ein hohes Maß an Vorfertigung aus.

Die Membranen bestehen aus einem Glasfasergewebe mit Polytetrafluorethylen-(PTFE-)Matrix, wie der Architekt Thomas Rampp erläutert. Eine Beschichtung mit Titandioxid (TiO2) sorge dafür, dass sich stets ein leichter Wasserfilm auf den Membranen bilde, sodass sie sich leicht selbst reinigen könnten. Zudem würden Stick- und Schwefeloxide in der Luft durch das TiO2 in ungefährliche Verbindungen zerlegt. Die 1000 m² Membrandach hätten in etwa die Wirkung von 90 bis 100 Bäumen oder sie könnten, anders gerechnet, die Abgase von circa 80 Autos neutralisieren.

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