02.02.2007 | Redakteur: Jürgen Schreier
Eine Analyse der Warwick Business School und der Cullen Group unterstreicht die Bedeutung der Geschäftsführung für die erfolgreiche Umsetzung von Outsourcing- Maßnahmen. Denn immerhin
Eine Analyse der Warwick Business School und der Cullen Group unterstreicht die Bedeutung der Geschäftsführung für die erfolgreiche Umsetzung von Outsourcing- Maßnahmen. Denn immerhin ein Drittel aller Outsourcing-Transaktionen scheitern am mangelnden Engagement der Geschäftsleitung.
Für die Studie wurden mehr als 1200 Organisationen in Europa, den USA und im Raum Asien-Pazifik befragt und die Antworten in einer Top-10-Prognosenliste zusammengefasst. Zentrales Fazit der Studie: Ein effektiver CEO kümmert sich um das Outsourcing- – zum einen, weil die Unternehmen immer mehr Geld in Outsourcing investieren, zum anderen, weil der Posten Outsourcing durchaus auch den Marktwert eines Unternehmens beeinflussen kann.
Ferner kommt die Studie zum Ergebnis, dass ein schlecht betreutes Outsourcing eine Organisation lähmen kann. Wer Outsourcing einsetzt, um Kosten zu sparen, darf dafür keine anderen strategischen oder operativen Vorteile opfern.
1. Outsourcing-Ausgaben steigen weiter: Im Zuge des Outsourcing von IT- und anderen Geschäftsprozessen dürften sich die Outsourcing-Ausgaben von durchschnittlich 12% der Kosten einer Organisation im Jahr 2005 auf 20% im Jahr 2008 erhöhen.
2. Das Outsourcing von Geschäftsprozessen: Business Process Outsourcing (BPO) drängt das IT-Outsourcing (ITO) in den Hintergrund. Folge: Das ITO geht im BPO auf. Die allgemeinen BPO-Ausgaben werden voraussichtlich um jährlich 10% ansteigen, und zwar von 140 Mrd. Dollar im Jahr 2005 auf über 220 Mrd. Dollar im Jahr 2010.
3. Outsourcing bleibt: „Backsourcing“ verliert immer mehr an Bedeutung Läuft ein Vertrag aus, wird es auch künftig meist zu einer Vertragsverlängerung mit entsprechenden Überarbeitungen kommen. Ein Viertel der ausgelagerten Tätigkeiten wird neu ausgeschrieben, ein Zehntel wieder in die Organisation eingegliedert (Backsourcing).
4. Outsourcing dient dem „Insourcing“ als Stütze: Das Inhouse-Service-Angebot hängt von den jeweiligen Marktgepflogenheiten ab
5. Für Outsourcing werden zunehmend innovative Wertangebote entwickelt: Die Anbieter werden bei der Präsentation rentabler Geschäftsmodelle, die dem Kunden zusätzlichen Nutzen bringen, immer kreativer.
6. Die Verhandlungsmacht der Kunden bei der Gestaltung von Outsourcing-Verträgen nimmt zu: Dieser Trend hat sich in den konjunkturschwachen Jahren 2001 bis 2004 verstärkt, lässt sich nun nicht wieder umkehren und wird weiter bestehen bleiben.
7. Kunden investieren stärker in die aktive Verwaltung und Gestaltung von Verträgen: Die Kosten bis zum Vertragsabschluss liegen aktuell zwischen 0,4 und 2,5% vom Vertragswert, die laufenden Verwaltungskosten bei 3 bis 8% vom Vertragswert. Diese Kosten werden steigen. Wir rechnen zwischen 2005 und 2010 mit einer langsamen, aber stetigen Verbesserung der Fähigkeit der Kunden zur Steuerung von ITO- und BPO-Vereinbarungen bzw. Vereinbarungen über Offshore-Outsourcing. Das Mitwirken des CEO und der obersten Führungsebene ist Grundvoraussetzung dafür.
8. Nicht alle Outsourcing-Transaktionen sind auch erfolgreich: Etwa 70% der Outsourcing-Transaktionen, die selektiv mit verschiedenen Anbietern durchgeführt werden, dürften im Zeitraum von 2005 bis 2010 als „relativ erfolgreich“ einzustufen sein. Die Unternehmen befinden sich hier noch immer in einer Lernkurve. Mit zunehmender Erfahrung in der Outsourcing-Wertschöpfungskette werden immer mehr Transaktionen erfolgreich.
9. Die Kunden überwinden die Ängste um Outsourcing: Mit zunehmender Marktreife werden die Kunden das Potenzial und den Nutzen strategischer Outsourcing-Maßnahmen verstehen lernen und die Ängste, Unsicherheiten und Zweifel überwinden, die von den Medien massiv geschürt werden.
10. Knowledge Management steht nicht auf der Tagesordnung: Der versteckte Geschäftswert von Wissen wird am Verhandlungstisch häufig vergessen – und zwar von beiden Seiten. Knowledge Management hat scheinbar eine zu geringe Bedeutung für knallharte Feilscher.
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