25.04.2007 | Redakteur: Stéphane Itasse

Stuttgart (si) - Die Bosch-Gruppe hat im Jahr 2006 mit einem Umsatzplus von 5,4% das eigene Wachstumsziel erreicht. Insgesamt stieg der Umsatz auf 43,7 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Umsatzrendite vor Steuern lag mit 7,1% knapp im Zielkorridor von 7 bis 8%.
Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2006 bei 3,1 Mrd. Euro, nach 3,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis entwickelte sich entsprechend und lag mit 2,4 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 2,5 Mrd. Euro.
Der verstärkte Preisdruck in der Kraftfahrzeugtechnik, die weiter hohen Rohstoffkosten und die Situation auf dem US-Automarkt belasteten deutlich das Ergebnis, heißt es. Die gute Entwicklung in den Unternehmensbereichen Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik konnten den Ertragsdruck in der Kraftfahrzeugtechnik nicht ausgleichen.
Im Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik stieg der Umsatz um 3,4% auf 27,2 Mrd. Euro. In der Industrietechnik erhöhte er sich um 5,1% auf 5,5 Mrd. Euro und im Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik um nahezu 11% auf 11 Mrd. Euro. Damit nahm der Umsatzanteil dieser beiden Unternehmensbereiche erneut um einen%punkt auf 38% zu.
Für das Jahr 2007 erwartet das Unternehmen vor allem aufgrund der starken Euro-Aufwertung ein etwas geringeres Wachstum als im Vorjahr. Währungsbereinigt liegt das Umsatzwachstum voraussichtlich bei gut 5%. Beim Ergebnis vor Steuern wird wieder eine Rendite von 7% angestrebt.
„Dieses Ergebnis müssen wir uns allerdings hart erarbeiten“, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Die ersten drei Monate des Jahres seien verhalten angelaufen. Neben den Schwächen auf den Automobilmärkten in Nordamerika und Europa seien dafür vor allem Wechselkurseffekte ausschlaggebend. Bis Ende des Jahres erwartet Bosch jedoch einen Ausgleich durch eine weltweit positive Konjunkturentwicklung, die voraussichtlich auch auf die Automobilindustrie ausstrahlen werde.
Regionaler Wachstumsmotor war erneut die Region Asien/Pazifik, die mit einem Umsatzplus von 12% wiederum zweistellig zulegte. An der Spitze standen China mit einem 30- und Indien mit einem 24-prozentigen Zuwachs. Der Umsatzanteil Europas ging um einen Punkt auf 65% zurück, Nord- und Südamerika blieb konstant bei 19%, der Umsatzanteil der Region Asien-Pazifik stieg um einen Punkt auf 16%.
In den Schwellenländern lag auch der Schwerpunkt des Arbeitsplatzaufbaus. Die Bosch-Gruppe beschäftigte Anfang 2007 rund 261300 Mitarbeiter, 10300 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland blieb mit rund 110500 nahezu konstant.
„Wir werden stärker denn je in den Wachstumsmärkten der Welt präsent sein. Das geht nur mit mehr Fertigung und Entwicklung in diesen Ländern“, kündigte Fehrenbach an. Insgesamt gab die Bosch-Gruppe 2006 rund 2,7 Mrd. Euro für Sachanlagen aus. Ausgaben in ähnlicher Höhe sind auch für das Jahr 2007 geplant. Neue Anlagen entstehen derzeit vor allem in Asien, wo allein rund 440 Mio Euro investiert werden sollen. In die deutschen Standorte will Bosch 2007 mehr als 1 Mrd. Euro investieren.
Langfristige Chancen für alle Unternehmensbereiche sieht Bosch vor allem im Umweltschutz. „Wir geben technische Antworten auf ökologische Fragen“, sagte Fehrenbach. Entwicklungen für weniger Energieverbrauch forderten die Innovationskraft des Unternehmens heraus. 2006 hatte Bosch 3,3 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Dies entspricht 7,7% vom Umsatz. Mehr als 40% dieser Aufwendungen zielten direkt auf die Umwelt- und Ressourcenschonung ab. Für das Jahr 2007 will Bosch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung weiter auf diesem Niveau halten.
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