Windkraftanlagen-Wartung

Windkraftanlagen in die richtigen Hände geben

01.12.2010 | Autor / Redakteur: Claudia Otto / Claudia Otto

Zwei Siemens-Servicekräfte bei ihrer Arbeit in der Gondel einer Windkraftanlage. Bild: Siemens

Bei der Wartung und Instandhaltung von Windkraftanlagen hat der Betreiber drei Möglichkeiten: Er belässt den Service beim Hersteller, er vergibt ihn an einen Dienstleister oder er kümmert sich in Eigenregie darum. Welche Lösung die beste ist, hängt vom Einzelfall ab.

Wer Windparks kauft und wer sie betreibt, das sind häufig zwei Paar Schuhe. „Investoren sind hier unter anderen Investment Fonds, Banken und Versicherungen, aber auch Zusammenschlüsse privater und kommunaler Energieversorger“, sagt Hagen Neulen, Business Solution Manager bei der IBM Deutschland GmbH in Ehningen.

Windkraftanlagen-Bauer werden oft auch Betreiber

Da das Kerngeschäft der meisten Investoren nicht die Erzeugung von Energie ist und daher weder das Know-how noch die Ressourcen für den Betrieb von Windparks vorhanden sind, werden die Anlagenbauer im Auftrag der Eigentümer auch zum Betreiber, wie er erklärt. „Betreiberverträge laufen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren und können weiterverlängert werden“, meint Neulen.

Ein Hersteller von Windkraftanlagen ist die Enercon GmbH mit Sitz in Aurich. Das Enercon-Partner-Konzept (EPK) deckt die Wartung und Instandhaltung der Anlagen ab. Der Windparkbetreiber schließt einen Vertrag mit dem Unternehmen, wodurch eine gleichbleibend hohe Anlagenverfügbarkeit bei kalkulierbaren Betriebskosten garantiert wird. Jährlich sind vier Wartungen vorgesehen.

Enercon bietet Kalkulationssicherheit bei der Windkraftanlagen-Wartung

Eventuell auftretende Störungen werden durch ein lokales Serviceteam umgehend behoben, wie das Unternehmen angibt. Eventuell für die Wartung benötigtes Material sei – zumindest innerhalb Europas – vollständig im Preis des EPK enthalten.

In mehr als 85% der Fälle schließen die Kunden einen Vertrag im Rahmen des EPK ab, so das Unternehmen. Damit sei die Wartung und Instandhaltung bis maximal 15 Betriebsjahre gesichert. Mit dem EPK-Anschlusspaket sei auch eine Verlängerung bis zum 20. Betriebsjahr möglich.

Viele Hersteller verkaufen mit den Windkraftanlagen ein Rundum-sorglos-Paket

Die Reaktionszeiten des Service minimiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über ein weltweit dezentrales Netzwerk von Servicestationen. Dies garantiere eine hohe technische Verfügbarkeit von 97%. Zudem sei die Ersatzteilversorgung über das EPK optimal abgesichert.

Die Wartung und Instandhaltung seiner Anlagen durch herstellerunabhängige Dienstleister sieht das Unternehmen eher kritisch. Externes Servicepersonal verfüge nicht über so gute und spezielle Kenntnisse seiner Anlagen wie die eigenen Servicekräfte.

Ein weiteres großes Problem stelle die Ersatzteilversorgung dar: Externe Dienstleister benötigten teils sehr lange Beschaffungszeiten für Ersatzteile, da sie nicht über die Kapazitäten verfügten, so große Ersatzteillager für die unterschiedlichen Anlagentypen einzurichten.

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