10.05.11 | Redakteur: Stéphane Itasse

Ein Jahr nach der Wirtschaftskrise wächst EBM-Papst so stark wie noch nie. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erzielte der Mulfinger Hersteller von Ventilatoren und EC-Motoren einen Umsatz von 1,311 Mrd. Euro, 33% mehr als ein Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr soll es weiter aufwärts gehen.
Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro oder knapp 7% mehr. Zum Wachstum haben im Geschäftsjahr 2010/11 alle acht Hauptbranchen beigetragen, wie Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart sagte. Besonders stark entwickelten sich die Luft- und Klimatechnik (+52%) sowie der Maschinen- und Anlagebau (+46%). Danach folgten Automotive/Verkehr (+36%), Kältetechnik (+32%), IT/Telekommunikation (+25%) sowie Heiztechnik (+17%). Im Bereich der Hausgeräteindustrie erzielte das Unternehmen eine Steigerung von 9%.
Ebenfalls deutlich wuchs erneut das Gebiet der erneuerbaren Energien und der Brennwerttechnik mit 35% auf 165 Mio. Euro. „Das sind zum Beispiel Pelletöfen, die einen Lüfter brauchen, Wechselrichter für Solaranlagen oder Generatoren von Windkraftanlagen, die ebenfalls gekühlt werden müssen“, erläuterte Beilke.
Nach Regionen betrachtet konnte EBM-Papst in Asien am stärksten zulegen. Dort wuchs der Umsatz um 51% auf 223 Mio. Euro. Auf dem amerikanischen Kontinent stieg er um mehr als 45% auf 157 Mio. Euro. Unterdurchschnittlich war das Plus in Deutschland mit 28,3% auf 367 Mio. Euro und in Europa ohne Deutschland mit 27% auf 564 Mio. Euro. Nur in Irland ging der Umsatz weiter zurück, weshalb EBM-Papst seine seit Jahren defizitäre Tochtergesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr per Management-Buy-Out veräußerte.
„Seit dem Geschäftsjahr 2001/2002 ist der Umsatzanteil Asiens von 7% auf 17% gestiegen, während der Anteil Amerikas von 23% auf 12% gesunken ist“, resümierte Beilke. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet er sogar etwa 20% des Umsatzes aus Asien.
„Wir sind mehr oder weniger von der Kurzarbeit in die Wochenendarbeit gegangen“, sagte auch Hans Peter Fuchs, Geschäftsführer Finanzen und Controlling von EBM-Papst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hätten alle Standorte in Deutschland Bestwerte erzielt. St. Georgen habe auch den Turnaround geschafft.
EBM-Papst Mulfingen, Sitz der Unternehmenszentrale, erzielte mit 699 Mio. Euro einen Rekordumsatz. Das Umsatzwachstum lag bei 40,9% (Vorjahr 496 Mio. Euro). Die Zahl der Beschäftigten nahm um 207 auf 2802 zu.
»1 »2 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 27115500)