Mikrosystemtechnik

Miniaturisierung treibt die Medizintechnik voran

09.12.2009 | Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Bernhard Kuttkat

Bild 1: Mikro-Spritzgussteile mit kleinsten Löchern, Gittern und Mikro-/Nanofunktionsstrukturen für medizintechnische Produkte. Bild: Micro Systems

Die Mikrosystemtechnik ist ein wichtiger Treiber des medizinischen Fortschritts. Dabei sind zur Qualitätsüberwachung der Produktion moderne Messgeräte unverzichtbar, wie Entwicklungen auf der Compamed, Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Industrie, zeigten.

Inwieweit die Mikrosystemtechnik die Entwicklung medizintechnischer Produkte vorantreibt, darüber informierten sich vom 18. bis 20. November 2009 auf dem Düsseldorfer Messegelände mehr als 16000 Besucher der Compamed, Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Industrie, anhand von Exponaten der über 500 Aussteller.

Mikroformenbau für Medizintechnik-Produkte gezeigt

So demonstrierte die Micro Systems (UK) Ltd, Warrington/Großbritannien, die Möglichkeiten des Mikroformenbaus am Beispiel einer automatisierten Produktion von Mikrobauteilen für medizintechnische Produkte. Gezeigt wurden Mikro-Spritzgussteile mit kleinsten Löchern, Gittern und Mikro-/Nanofunktionsstrukturen sowie Mikro-Spritzgussteile in Einlegetechnik (Bild 1).

Die präsentierten Bauteile umfassten Katheter, bioresorbierende Bauteile für chirurgische Anwendungen, Clips zur Medikamentenverabreichung mit einer Länge von 7 mm und einer 0,32-mm-Bohrung in einem Verbundwinkel, Mikro-Steckverbindungen mit Durchgangslöchern mit einem Durchmesser von 0,2 mm, mikrofluidische Bauteile und diffraktive Kunststoff-Optiken.

3D-MID-Technik ermöglicht die Integration von Zusatzfunktionen

Mit einer vollständigen Wertschöpfungskette für 3D-MID-Technik (3D-Moulded Interconnected Devices – räumlich spritzgegossene Schaltungsträger), von der Entwicklung bis zur Serienfertigung von kundenspezifischen Produkten, präsentierte sich die Harting AG Mitronics, Biel/Schweiz. Damit, so das Unternehmen, wird die Umsetzung fortschrittlicher multifunktionaler Packages, beispielsweise für MEMS, Sensorik und RFID-Transponder, ermöglicht (Bild 2 – siehe Bildergalerie).

Mit 3D-MID-Gehäusen aus Flüssigkristallpolymer (LCP) oder Polybutylenterephthalat (PBT) können unterschiedliche Zusatzfunktionen realisiert werden. Wie Harting erläutert, bietet die dritte Dimension neue Möglichkeiten beim Aufbau von Sensoren.

Mikropumpen in der Medizintechnik unverzichtbar

Mikropumpen, die kleinste Mengen von Gasen oder Flüssigkeiten fördern, sind in der Medizintechnik unentbehrlich. Mit den miniaturisierten, piezogetriebenen Membranpumpen O-Run Si 100 für kleine Flussraten und O-Run Si 200 für hohe Flussraten stellte die Paritec GmbH, Weilheim, eine Entwicklung vor, die sich in unterschiedliche Produkte integrieren lässt (Bild 3).

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