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Forschung

CO2 aus Hüttengasen soll zu Chemikalien werden

| Redakteur: Stéphane Itasse

Das Kohlendioxid aus Stahlwerken soll künftig nicht an die Umwelt abgegeben, sondern als Rohstoff genutzt werden.
Das Kohlendioxid aus Stahlwerken soll künftig nicht an die Umwelt abgegeben, sondern als Rohstoff genutzt werden. (Bild: Thyssenkrupp)

Mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft hat Die Thyssenkrupp AG ein branchenübergreifendes Technologietransferprojekt initiiert, in dessen Mittelpunkt die Umwandlung von Prozessgasen aus der Stahlherstellung zu werthaltigen Chemikalien steht. Der Strom dafür soll aus erneuerbaren Quellen stammen, wie der Stahlkonzern mitteilt.

Wenn die Partner erfolgreich sind, werde in etwa zehn Jahren CO2 ein wertvoller Rohstoff sein und das Klima deutlich weniger belasten. Zudem könnte überschüssige erneuerbare Energie dann direkt für die Herstellung industrieller Produkte eingesetzt werden. Dabei entsteht ein neues, branchenübergreifendes Netzwerk aus Stahlherstellung, Stromerzeugung und Chemieproduktion. Diese Industrien beschäftigen in Nordrhein-Westfalen fast 200.000 Menschen, wie es heißt.

Forschungsprojekt muss Anwendungsfragen genauer klären

Die Erfolgsaussichten für das Projekt sind den Angaben zufolge gut, denn die grundlegenden chemischen Abläufe und die benötigten Technologien sind weitestgehend bekannt. Ziel des Projektes sei es, für die Anwendung wichtige Fragen zu klären, zum Beispiel Katalysatorstandzeiten, Aufreinigung der Gasströme, oder effiziente Prozessführung. Schon jetzt sei die Umwandlung von Prozessgasen aus der Hütte in Ammoniak als Vorprodukt für Düngemittel technisch machbar, aber noch nicht wirtschaftlich. Dabei würde auch ein Teil des in den Hüttengasen enthaltenen CO2 verwertet. Möglich wäre auch die Erzeugung von Methanol aus Hüttengas, ein Prozess bei dem die enthaltenen CO2-Anteile fast vollständig verwertet werden könnten.

Für den Einsatz erneuerbarer Energien bei der chemischen Umwandlung würden Katalysatoren gebraucht, die starke Schwankungen im Prozess verkraften. Speziell in diesem Bereich bestehe noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Eine weitere Herausforderung: Will man das im Hüttengas enthaltene CO2 vollständig umwandeln, geht das laut Mitteilung nicht ohne größere Mengen an zusätzlichem Wasserstoff. Hier gelte es, neue wirtschaftliche Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff zu entwickeln, die auch bei stark schwankender Energieversorgung funktionieren.

Cross-industrieller Ansatz soll zu besseren Ergebnissen führen

„Die Philosophie hinter dem Projekt ist die Umsetzung eines breit angelegten cross-industriellen Ansatzes. Eine solche systemübergreifende Lösung führt zu besseren Ergebnissen als die heute schon optimierten Branchenlösungen. Die Zusammenarbeit zwischen Stahl und chemischer Industrie soll eine wirtschaftliche stoffliche Verwertung, von bei der Stahlherstellung benötigtem Kohlenstoff, bis hin zu Düngemitteln oder Treibstoff ermöglichen. Das Projekt hat damit das Potenzial, den CO2-Ausstoß der Hütte auf nahezu Null zu reduzieren“ erläutert Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef der Thyssenkrupp AG.

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