30.11.2010 | Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Vereinzelt sind sie zwar schon auf unseren Straßen zu sehen, doch man muss sie mit der Lupe suchen: Man hört sie nämlich kaum, die rein mit Elektroantrieb ausgerüsteten Automobile. Zwar wäre es heute schon möglich, die Automobile mit Elektromotoren auszurüsten, um damit effizienter zu fahren als mit Benzin und Diesel. Doch um Umwelt und Brieftasche zu schonen, müssen andere Ansätze her.
Auch in konventionellen Fahrzeugen liegt heute schon der Anteil der Elektrik bei 30%. Er wird durch zusätzliche Komfort- und durch zusätzliche Sicherheitsausstattung weiter steigen. Und auch bei den Hybridfahrzeugen oder Plug-in-Hybridfahrzeugen – also bei Elektrofahrzeugen mit Reichweitenverlängerung –, bei denen immer noch ein klassischer Verbrennungsmotor als Hilfssystem zum Einsatz kommt, ist der Anteil der Elektrik größer.
Doch erst wenn der Anteil der Nutzung des Stromnetzes für die Batteriespeisung bei 100% liegt, kann man von einem Elektrofahrzeug sprechen. So definiert es zumindest der Nationale Entwicklungsplan 2009 der Bundesregierung, auf dessen Grundlage Wissenschaft, Industrie und Politik eine konzertierte Strategie von der Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung entwickeln und voranbringen sollen. Und auch das Brennstoffzellenauto, das von einem Elektromotor angetrieben wird, erhält seine Energie nicht über das externe Stromnetz, sondern über die Brennstoffzellen an Bord.
Rein elektrisch betriebene Autos, mit denen die Umwelt entlastet und das individuelle Fortkommen ermöglicht wird, gibt es zwar schon. Allerdings waren Anfang 2009 in Deutschland insgesamt nur 1452 Fahrzeuge dieser Art zugelassen – bei einem Gesamtzulassungsstand von mehr als 41 Mio. Fahrzeugen ist das jedoch immer noch verschwindend gering.
Und es ist auch kein Wunder, dass diese Fahrzeuge es bis heute nicht geschafft haben, die E-Mobilität zur Volksbewegung zu machen, denn Preis und Leistung stimmen nicht. „Die meisten der heutigen Elektrofahrzeuge sind im Wesentlichen nichts anderes als umgerüstete Autos ohne Verbrennungsmotor“, sagt Dr. Bernd Schimpf, Leiter Generierungsprozess der Wittenstein AG in Iggersheim. „Diese Fahrzeuge sind hinsichtlich Platzangebot und Reichweite oft nicht alltagstauglich und zudem viel zu teuer, da es sich um Individual- oder Kleinserienumbauten handelt, bei denen die Komponenten wie auch der Umrüstaufwand relativ teuer sind.“
Was also macht ein Elektrofahrzeug der Zukunft aus? Diese Gedanken hat man sich an der RWTH in Aachen gemacht und mit „Street-scooter“ ein Projekt ins Leben gerufen, das Unternehmen der automobilen Zulieferindustrie sowie der elektromobilen Schlüsseltechnologien zusammenbringt.

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