Trelleborg Sealing

Internationale Norm für O-Ringe in Kraft

31.10.2008 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Die neue internationale Norm für O-Ringe wurde so geschickt ausgetüftelt, dass Produktionswerkzeuge für O-Ringe sowohl in metrischen als auch in Inch-Abmessungen weiterhin verwendbar sind.

Um keine andere dichtungstechnische Norm wurde in den Gremien länger gerungen, als um die jetzt in Kraft getretene ISO 3601. Weil es sich bei O-Ringen um die meist verwendeten Dichtungen handelt, gestaltete sich besonders die Harmonisierung der Inch- und Millimeter-Angaben als schwierig.

Dass der Durchbruch gelang, dazu hat Trelleborg Sealing Solutions wesentlich beigetragen: Bernd Murthum, Produktmanager für das europäische O-Ring-Geschäft, hat in den vergangenen vier Jahren als „Convener“ und Obmann den internationalen und deutschen Normenausschuss geleitet.

Bernd Murthum: „Leider durchzieht ein Graben die Konstruktionswelt: Auf der einen Seite wird in Inch gemessen, auf der anderen in metrischen Maßen. Deshalb war es sehr schwierig, die Interessen der beiden Lager unter einen Hut zu bringen.“ Dass es schließlich gelungen ist, das Problem der unterschiedlichen Maßeinheiten aus der Welt zu schaffen, liegt in einer methodisch geschickten Vorgehensweise begründet.

Zum einen werden die amerikanischen Maße in metrische umgerechnet, wobei zwei Toleranzklassen zulässig sind: „A“ und „B“. Während „A“ der amerikanischen Norm AS 568B entspricht, bietet „B“ die Freiheit, O-Ringe in Zollgrößen mit technisch ausreichenden und betriebswirtschaftlich sinnvollen Toleranzen herzustellen sowie diese in metrisch bemaßte Nuten einzubauen.

Zum anderen werden bei „B“ die Innendurchmesser anhand einer Formel und alle Schnurdurchmesser von 0,8 bis 8,4 mm über eine Tabelle toleriert, wodurch die Norm auch auf Durchmesser angewandt werden kann, die nicht im Tabellenwerk stehen. Mehr Sicherheit beim Export von Maschinen

Über die beiden Punkte zu einer internationalen Norm zu kommen, war allerdings nur möglich, weil O-Ringe dehnbar sind. „Ansonsten wären die Inch- oder Millimeter-Vertreter gezwungen worden, sinnlos ihre Produktionswerkzeuge zu vernichten“, betont Bernd Murthum. Und er fügt hinzu, „wer nun O-Ringe der ISO 3601-1 einsetzt, kann sicher sein, dass damit ausgerüstete Maschinen oder Apparate beim Export in die Vereinigten Staaten von Amerika sich nicht im Gestrüpp unterschiedlicher Normen und Maßeinheiten verheddern.“ Gleiches gilt natürlich in umgekehrter Richtung.

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