Rapid Tech 2008

Biotop für neue Konstrukteursideen

30.04.2008 | Redakteur: Rüdiger Kroh

„Jeder nimmt Erkenntnisse zur profitablen Praxis, zum Stand und zum Trend der Rapid-Technologien mit nach Hause“, sagt Johann Fuchsgruber, Vorstand der Messe Erfurt AG. Bild: Messe Erfurt

Hoch geschätzt, aber wenig bekannt: Nach und nach mausert sich die Erfurter Rapid Tech – Fachmesse, Kongress und Konstrukteurstagung rund um die generative Fertigungstechnik – vom Insidertreff zur festen Größe für kreative Branchen. Messechef und -macher Johann Fuchsgruber äußert sich zur 5. Auflage.

MM: Am 27. Mai startet die Rapid Tech zum fünften Mal. Neben Großveranstaltungen wie der Euromold gilt sie jedoch immer noch als Geheimtipp. Soll es dabei bleiben?

Fuchsgruber: Gegenstand der Rapid Tech ist das Rapid Manufacturing, also die schnelle und kostengünstige Herstellung von Endprodukten, der Know-how-Transfer rund um die generativen Fertigungsverfahren und die zugehörige Technik. Dieses Profil ist scharf umrissen. Vielleicht unterscheidet uns das von anderen Veranstaltungen. Es gibt in Europa kein anderes Forum, das praxisnahe Fachausstellung, Anwenderkongress und einen Konstrukteurstag parallel unter ein und demselben Dach bietet. Diese Kombination hat sich als Biotop für neue Ideen und in der Regel sofort verwertbaren Nutzen bewährt. Nach und nach wird dies in der Fachwelt registriert. Seit 2004 wächst die Rapid Tech mit jeder neuen Ausgabe.

MM: Umgekehrt gefragt: Wer soll sich sein Wissen ausgerechnet von der Rapid Tech holen?

Fuchsgruber: Zielgruppe sind Modell- und Prototypenbauer, zukünftige und aktuelle Anwender von Rapid-Techniken, Konstrukteure sowie Studenten – letztere vor allem aus dem Designbereich. Hinzu kommen Konstrukteure, die sich mit den ungeheuren gestalterischen Freiheiten auseinandersetzen möchten, die die generativen Verfahren ihnen bieten. Der Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern und Herstellern ist bei uns unmittelbar. Jeder Teilnehmer nimmt Erkenntnisse zur profitablen Praxis, zum Stand und zum Trend der Rapid Technologies mit nach Hause.

MM: Inwieweit soll und könnte die 2008er Ausgabe der Rapid Tech Akzente setzen?

Fuchsgruber: Zu jeder Messe wurden bislang absolute Branchen-neuerungen präsentiert. Dieses Jahr zum Beispiel das Lasercusing-Verfahren M2 cusing von Concept Laser, eine neue Anlagentechnik zum Herstellen von Bauteilen aus Aluminium- und Titanlegierungen. Solche Hersteller-Innovationen sind der eine Teil der Akzente, die die Rapid Tech setzt. Weitere sind die Inhalte unserer Anwendertagung. Dort wird Wissen vermittelt um strategische Entwicklungen in Europa – sprich: VDI-Normen und Rapid-Manufacturing-Plattform – um die Optimierung bestehender Prozesse und über internet-basierende Strategien sowie Technologien und Werkstoffe. Dort werden Themen und Fragen aufge-worfen, die auf den von Ihnen erwähnten Großveranstaltungen nur sehr schwer abzuarbeiten sind. Außerdem haben wir einen neuen Student Design Award for Rapid Manufacturing ausgelobt, der zur 2008er Rapid Tech vergeben wird.

MM: Was hat in den vergangenen fünf Jahren das Profil der Messe am ehesten verändert?

Fuchsgruber: 2004 standen noch Themen wie Rapid Prototyping und Rapid Tooling im Mittelpunkt. Heute ist Rapid Manufacturing Gegenstand der Messe und das ist der Ansatz, wie man schneller an bessere Produkte kommt.

MM: Wie sieht ihre Vision für die Rapid Tech aus?

Fuchsgruber: Weitere Steigerung der Besucher- und Ausstellerzahlen sowie engere Kooperation mit Verbänden.

Das Interview führte Wolfgang Filì, freier Journalist

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