Rohstoffpreise

Hohe Preisschwankungen bei Nickel verändern den Edelstahlmarkt

27.08.2008 | Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Edelstahl bleibt gefragt: Im vergangenen Jahr wurden weltweit über 15,7 Mio. t rostfreie Kaltflachhalbzeuge hergestellt. Bild: Kraus

Das Angebot an Edelstählen wird größer. Grund dafür sind die hohen Preisschwankungen beim Legierungselement Nickel. Sie haben in der Vergangenheit zu einer extremen Verteuerung rostfreier Stähle geführt. Dadurch wurde die Entwicklung kostengünstiger Alternativen forciert, die inzwischen hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit nicht nur der Standardlegierung 1.4301 Paroli bieten.

Die Allzweckwaffe 1.4301 sticht nicht mehr. Zwar hat sie nichts von ihren Eigenschaften verloren, jedoch an wirtschaftlicher Stoßkraft eingebüßt. Die Folge ist eine Werkstoffsubstitution, die beim Edelstahl 1.4301 unterschiedliche Richtungen eingeschlagen hat.

So gibt es je nach Anwendung bereits mehrere Alternativen, was die Auswahl an rostfreien Legierungen nicht einfacher macht. „Die ehemals einfache Edelstahlwelt wird komplizierter“, registriert Gert Weiß, Leiter Produktservice bei der Thyssen-Krupp Nirosta GmbH, Krefeld.

Noch ist die Legierung 1.4301 der rostfreie Stahl mit der größten Verbreitung am Markt. Zusammen mit den Legierungen 1.4016 sowie 1.4401 und 1.4404 entfällt auf sie weltweit der Hauptanteil des Edelstahlgeschäfts. Das wird sich ändern, ist Weiß überzeugt.

Den Grund dafür sieht er in den hohen Preisschwankungen von Legierungselementen, die zur Herstellung austenitischer rostfreier Stähle in größeren Mengen erforderlich sind – vor allem von Nickel, das sich von Dezember 2004 bis Dezember 2006 als großer Preistreiber entpuppt hatte. Im darauf folgenden Jahr hielten sich in Europa die Händler bei Bestellungen mit rostfreien Edelstählen zurück.

Edelstahlpreis sinkt wieder

Inzwischen hat sich der Edelstahlmarkt wieder belebt. Das liegt einerseits an der Preisentwicklung. So kostete 1 t Edelstahl im vergangenen Jahr – rohstoffgetrieben – teilweise über 4000 Euro, heute liegt der Preis wieder deutlich darunter. Andererseits ist man dabei, den Anteil von Nickel in rostfreien Stählen zu reduzieren.

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