JEC Composites

Wachstum bei Faser-Verbundwerkstoffen hängt vom Investitionswillen der Branche ab

07.05.2009 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

In der Luftfahrttechnik wird die Einführung automatisierter Applikationsverfahren bei Faser-Verbundwerkstoffen (Composites) derzeit am stärksten vorangetrieben.

Bei Bauteilen, Komponenten und Systemen aus Faser-Verbundwerkstoffen fordert der Einstieg in größere Serien mehr Investitionen in eine automatisierte Fertigung solcher der Verbundwerkstoffe. Von dieser Anstrengung hängt nach einer Branchenstudie von JEC Composites davon ab, inwieweit die so genannten Composites mehr sind als nur Zukunftswerkstoffe, die nie eine Gegenwart haben.

Die Studie „Global Market Scenario – Dynamics of the composites industry“ blickt bis zum Jahr 2013 voraus. „In dieser Zeit der Veränderungen muss die Industrie ihrer Geschäften neuen Schwung geben und strategische Entscheidungen treffen“, berichtete Frédérique Mutel, Präsidentin und Geschäftsführerin von JEC bei der Vorstellung der Studie. Gerade aufgrund der derzeitigen globen Wirtschaftskrise sei das nicht einfach.

JEC erwartet am Markt für Faser-Verbundwerkstoffe ein Wachstum von 4% im Jahr

Die Weltwirtschaft erlebt gegenwärtig eine schwere Krise. In diesem Jahr wird das weltweite Wirtschaftswachstum – ohne Inflation auf null geschätzt. Den internationalen Finanzinstituten zufolge dürfte diese Krise in 2010 oder 2011 zu Ende gehen, wobei allerdings Unsicherheit über künftige Wachstumsraten besteht.

Ausgehend von 6% Wachstum in Schwellenländern und 1 bis 2% in Industrieländern, wird auf dem Markt für Faser-Verbundwerkstoffe ein durchschnittliches Wachstum von 4% im Jahr prognostiziert. Daraus lässt sich ein Anstieg des weltweiten Marktvolumens bei Faser-Verbundwerkstoffen von 60 Mrd. Euro (8,6 Mio. t) in 2008 auf 80 bis 85 Mrd. Euro in 2013 (10 Mio. t) ableiten, wobei der Anteil der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) überproportional zulegen wird: von 22 auf 29%. Im Jahr 2013 werden auf China etwa 23% des Weltmarktvolumens für Faser-Verbundwerkstoffe (Composites) entfallen, auf Indien und Brasilien jeweils 3% und Russland unter 1%.

Nachfrage nach Faser-Verbundwerkstoffen hängt direkt vom Bruttosozialprodukt ab

In den verschiedenen weltweiten Absatzregionen haben die Branchenanalysten von JEC eine direkte Abhängigkeit der Nachfrage nach Faser-Verbundwerkstoffen vom Bruttosozialprodukt festgestellt. Aus diesem Grund hätte sich die Marktposition von Faser-Verbundwerkstoffen in den vergangenen Jahren im Vergleich zu Werkstoffen wie Stahl, Aluminium, Kunststoffen verbessert. Inzwischen habe sich ein Gleichgewicht eingestellt, das sich auf insgesamt stabile Preisdifferenzen stütze.

Ausnahme dabei bildet Luftfahrtindustrie, in der die Faser-Verbundwerkstoffe (Composites) auch weiterhin im Vergleich zu konkurrierenden Werkstoffen an Boden gewinnen dürften. Außerdem könnte im Verkehrssektor die Preisentwicklung konventioneller Energieträger wie Erdöl „das Zünglein an der Waage“ spielen.

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