04.08.2010 | Redakteur: Jürgen Schreier

Mit der Debatte um die CO2-Reduzierung und Senkung des Kraftstoffverbrauchs hat das Thema Leichtbau in der Automobilindustrie neuen Schub bekommen. Auf der Weltmesse Aluminium 2010 und der internationalen Fachmesse Composites Europe (14. bis 16. September 2010 in Essen) zeigen mehr als 1100 Aussteller die Potenziale der Werkstoffe Aluminium und Faserverbundkunststoffe.
Besonders die Anwendungsbereiche der Materialien wie der Automobilbau stehen dabei im Mittelpunkt. Beide Fachmessen vollziehen aber auch den Brückenschlag zwischen beiden Materialien und zeigen, wie Werkstoffverbünde das Leichtbaupotenzial von Aluminium und Composites erweitern können.
In Karosserien, Motorblöcken, Kolben und Getriebegehäusen hat sich Aluminium längst durchgesetzt. Durchschnittlich rund 160 kg des Materials werden heute in westeuropäischen Pkws verbaut. Der Automobilsektor ist damit einer der wichtigsten Absatzmärkte für Aluminiumprodukte. Mehr als ein Drittel des gesamten Aluminiumbedarfs in Deutschland wird im Transport- und Verkehrssektor eingesetzt.
Der Vorteil des Aluminium-Einsatz liegt neben den Werkstoffeigenschaften in der Anwendungsbreite für verschiedene Fahrzeug-Baugruppen in den Möglichkeiten der verschiedenen Fertigungsverfahren, also Blech-, Guss-, Strangpress-, oder Schmiedekonstruktion. Der Einsatz von Aluminium wird auch durch neue Verbindungstechniken forciert.
Verbesserte Lötverfahren haben beispielsweise dazu geführt, dass heute bereits fast alle Wärmetauscher für Autoklimaanlagen und -kühler aus Aluminium gefertigt werden. Innovative Schweißverfahren ermöglichen es, komplexe Strukturen aufzubauen, die nicht nur technische, sondern auch ökonomische Vorteile bieten.
Großes Potenzial haben auch Faserverbundwerkstoffe. Zwischen aktuellem Stand und möglichen Perspektiven der Composites im Automobil klafft derzeit aber noch eine riesige Lücke. So lag lag der Anteil von CFK im Jahr 2009 in allen produzierten Automobilen bei insgesamt nur 1%. Der Einsatz von CFK- und GFK-Bauteilen scheitert derzeit aber noch an den großen Stückzahlen und den hohen Herstellungskosten.
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