21.03.2011 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Wie man Bauteilgewicht stofflich und konstruktiv reduziert, ohne die Bauteilfestigkeit zu beeinträchtigen, zeigt der Themenpark Leichtbau auf der Hannover-Messe 2011. Dort widmen sich die Aussteller Leichtbauwerkstoffen und -konstruktionen, von denen sich Bauteilanwender weitere Gewichtseinsparung versprechen. Werkstofflich bilden dabei faserverstärkte Kunststoffe einen Schwerpunkt.
„Sie haben in den letzten Jahren Einzug in verschiedenste Anwendungen gefunden“, berichtet Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK – Industrievereinigung verstärkte Kunststoffe e. V., die zusammen mit der European Composites Industry Association thematisch für diesen Werkstoffbereich im Themenpark verantwortlich ist. Faserverstärkte Kunststoffe gebe es mittlerweile „in einer enorm hohen Produktvarianz“ auf dem Markt.
Von heutigen Leichtbauprojekten verspricht man sich jedoch mehr als nur eine Gewichtsreduzierung. Ziel sei auch eine erhöhte Energie- und Rohstoffeffizienz bei der Bauteilfertigung und somit eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit.
Gerade beim Aufbau der Serienfertigung von Bauteilen aus Faserverbundkunststoffen zeigen sich derzeit die wirtschaftlichen Hürden, die es zu überwinden gilt – insbesondere beim Leichtbauwerkstoff CFK, von dem sich der Automobilbau viel verspricht. Allerdings fehlt es noch an automatisierten Fertigungsstrukturen, die wirtschaftlich eine reproduzierbare Bauteilqualität liefern. Noch sind viele Fertigungsschritte bei CFK-Bauteilen Handarbeit.
Ein Ansatz dazu wird in vorgefertigten textilen Halbzeugen gesehen. Sie enthalten schon die belastungsgerechten, inneren Bauteilstrukturen. Wie bei metallischen Tailored Blanks und Tailored Tubes wird dadurch eine nachträgliche Bauteilverstärkung überflüssig. Die Bauteilfertigung sei einfacher.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird diese „metallische Denkweise“ auf Faserverbundkunststoffe wie CFK übertragen. Basis dafür ist das RTM-Verfahren (Resin Transfer Moulding), das derzeit in unterschiedlichen Richtungen zur automatisierten Herstellung endkonturnaher Bauteile weiterentwickelt wird: unter anderem als Hochdruck-RTM-Verfahren und zweistufiges Prepregging mit räumlich getrennter Harzinjektion und -aushärtung.
Das RTM-Verfahren wird im Themenpark Leichtbau live demonstriert. Täglich findet in der Solutions Area eine Praxisvorführung statt. Verantwortlich dafür sind der Anlagenhersteller Wolfangel und der Materiallieferant Lange + Ritter. Die beiden Mitgliedsunternehmen der Euro-RTM-Group werden – stellvertretend für den AVK – Einblicke in den Prozess und in die Abläufe geben.
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