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Chinesische Wirtschaft steht vor einem Jahr voller Herausforderungen

| Redakteur: Robert Horn

Die Wirtschaft Chinas steht in diesem Jahr vor massiven Herausforderungen, weiß Euler Hermes.
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Die Wirtschaft Chinas steht in diesem Jahr vor massiven Herausforderungen, weiß Euler Hermes. (Bild: Euler Hermes)

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Im Jahr des Feueraffen ist nach Ansicht vieler Chinesen alles möglich – und alles in Bewegung. Was das Affenjahr für die chinesische Wirtschaft bringt, hat Euler Hermes in seiner aktuellen Studie analysiert. Demnach erwartet die chinesische Wirtschaft und deren Handelspartner ein Jahr voller Herausforderungen.

Volatile Märkte, eine gelockerte Geldpolitik, steigende Zahlungsausfälle und Insolvenzen, zunehmende Kapitalflucht und geringere Investitionen in Forschung und Entwicklung, geringere Exporteinnahmen in US-Dollar mit erheblichen Folgen für die chinesische Zulieferkette sowie ein Abwärtstrend der Währung sind nach Ansicht der Euler Hermes Volkswirte die Dinge, die China 2016 bewegen werden – und damit auch ihre Handelspartner. Diese Faktoren beleuchtet die Studie „China: MONKEY forces for the Year of the Monkey“ .

Sinkende Zahlungsmoral, steigende Insolvenzen, hohe Verschuldung im Jahr des Affen

„Der Affe gilt als agil, schlau, flexibel und als guter Problemlöser – 2016 steht er aber auch vor großen Herausforderungen“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt bei der Euler Hermes Gruppe. „Das betrifft die Wirtschaft, den Kapitalmarkt, die Politik, Währungsturbulenzen, Investitionen, Kapitalkosten und nicht zuletzt vor allem die Unternehmen selbst. Die Zahlungsmoral verschlechtert sich nach unseren Einschätzungen um weitere drei Tage auf nunmehr 84 Tage*. Insolvenzen werden voraussichtlich um weitere 20% steigen im Affenjahr. Diese Entwicklung ist nicht überraschend: Die chinesischen Unternehmen sind hochverschuldet – und nicht-staatliche Banken haben in der zweiten Jahreshälfte 2015 bereits von einem deutlichen Anstieg bei den Ausfällen ihrer Darlehen berichtet.“

Die aktuelle Situation in China hat ihren Ursprung jedoch nicht alleine in einem etwas verlangsamten Wirtschaftswachstum von 6,5% in 2016 und 6,4% in 2017, sondern ist auch stark durch politische Entscheidungen getrieben. Dafür sehen die Volkswirte des führenden Kreditversicherers zwei Hauptgründe.

Grund 1: Regierung will gezielten Strukturwandel weg vom Produktionsland

„Die chinesische Regierung hat sich einen gezielten Strukturwandel zum Ziel gesetzt“, sagte Subran. „Sie will die Wertschöpfungskette hinaufklettern und weg vom billigen Produktionsland, hin zu einer vom Dienstleistungssektor geprägten Wirtschaft. Das bedeutet: Viele Branchen, die in der Vergangenheit gefördert wurden, stehen nun nicht mehr im strategischen Fokus des Staats – und die Regierung hat keine Angst mehr, diese pleitegehen zu lassen.“

Das Baugewerbe, die Metall- und Stahlindustrie, der Bergbau und die produzierende Industrie mit geringer Wertschätzung finden sich in einem gänzlich anderen Umfeld wieder, dem viele Unternehmen nicht trotzen können. Durch die hohe Verschuldung und die inzwischen vergleichsweise hohen Löhne im Land sind zahlreiche Betriebe nicht mehr wettbewerbsfähig, um sich ohne die staatliche Hilfe zu behaupten. Besser sieht es hingegen für die Konsumgüterindustrie aus wie beispielsweise Lebensmittelindustrie, IT/Computer, Unterhaltungselektronik. Auch für die Regierung strategisch wichtigen Branchen wie Luftfahrt und die Automobilbranche oder auch Telekommunikationsdienstleistungen, Transportsektor und Informationstechnologie sind die Aussichten besser und sie dürften etwas geringere Kreditrisiken aufweisen.

Schneeballeffekt: Chinesische Unternehmen straucheln und reißen Zulieferkette mit

„Das Straucheln der produzierenden Industrie führt zu einem Schneeballeffekt und die Abwärtsspirale reißt die Zulieferer der Produktionsbetriebe mit, die entweder in China selbst oder aber in Nachbarstaaten wie Taiwan oder Hongkong und Südkorea sitzen. Aber auch Dienstleistungsunternehmen, die für und in den Produktionsstätten tätig sind, spüren die Folgen, zum Beispiel Putzdienste, Wartungsbetriebe, IT-Dienstleister. Die Transport- und Logistikfirmen, Händler und Makler, die in Drehkreuzen wie Singapur die Produkte vermarkten, verschiffen oder weiterverkaufen sind ebenfalls betroffen. In Singapur sitzen zudem einige Hauptsitze von Unternehmen, die in China Produktionsstätten betreiben, die ebenfalls von dieser Abwärtsspirale betroffen sind.“

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