14.09.2007 | Redakteur: Ken Fouhy
Seit zwei Jahren wird Deutschland von einer Bundeskanzlerin regiert, das höchste politische Amt in Forschung und Bildung hat eine Frau inne und jüngst wurden Frauen in wichtige Führungsrollen
Seit zwei Jahren wird Deutschland von einer Bundeskanzlerin regiert, das höchste politische Amt in Forschung und Bildung hat eine Frau inne und jüngst wurden Frauen in wichtige Führungsrollen in Wissenschaft und Wirtschaft berufen.
Leitbilder wie Frau Merkel, Frau Schavan, die Berufung der Professorin Beatrice Weder di Mauro in den Rat der Wirtschaftsweisen oder die Übernahme der Geschäftsführung des größten europäischen Werkzeugmaschinenbauers Trumpf durch Nicola Leibinger-Kammüller belegen, dass Frauen in Deutschland auch Top-Positionen besetzen können.
Aber solche Ausnahmen bestätigen leider immer noch die Regel: Die deutsche Industrie hat trotz der Engpässe auf dem Arbeitsmarkt keine kohärente Strategie zu Gewinnung, Erhalt und Förderung von Frauen im Beruf. In den Ingenieurberufen wird dies überdeutlich – und zudem sind dort die Vorbilder sehr spärlich gesät.
Wie in unserem Hintergrundbericht ab Seite 20 dargestellt, liegt die Frauenquote bei den Studienanfängern im Maschinenbau seit sieben Jahren unter 20 %. Angesichts des demografischen Wandels und der Bedeutung der Ingenieurwissenschaften für die deutsche Wirtschaft müsste die Zahl der Frauen, die sich für Ingenieurberufe entscheiden, rasch steigen.
Die meisten bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Frauenförderung in Ingenieurberufen stammen von Interessengruppen, die von Frauen initiiert wurden. Viele der Initiativen setzen auf moderne Coaching-Prinzipien und intelligente Netzwerke, um Frauen, die sich für Ingenieurberufe entschieden haben, weitere Entwicklungsperspektiven zu eröffnen. Aber um mehr junge Frauen für technische Berufe zu interessieren, müssen die Industrie und vor allem die kleinen und mittelständischen Produktionsbetriebe sich mehr öffnen und Initiativen wie die Girls‘ Days des Bundesbildungsministeriums unterstützen.
Der Kongress Womenpower, der während der Hannover-Messe 2008 stattfindet, bietet solchen Firmen auch die Gelegenheit, Schülerinnen aus der Nachbarschaft zu einem Tagesausflug auf einen Hightech-Event einzuladen, um das eigene Unternehmen als möglichen Arbeitsplatz für zukünftige Ingenieurinnen vorzustellen. MM
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 191872)