Konjunktur

Einkaufsmanager sehen wieder Wachstum

06.02.12 | Redakteur: Stéphane Itasse

Nach Ansicht der deutschen Einkaufsmanager kann die Konjunktur jetzt abheben. (Bild: Lufthansa)
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Nach Ansicht der deutschen Einkaufsmanager kann die Konjunktur jetzt abheben. (Bild: Lufthansa)

Die Euro-Schuldenkrise hat bisher noch nicht auf die deutsche Wirtschaft durchgeschlagen: Erstmals seit drei Monaten zogen die Geschäfte der Industrieunternehmen im Januar wieder an. Das zeigt der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex (EMI), der mit 51,0 Punkten die neutrale Wachstumsschwelle von 50 übersprang.

Wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in Frankfurt am Main weiter mitteilt, konnte der Einkaufsmanagerindex gegenüber dem Vormonat um 2,6 Zähler zulegen. Gleichzeitig sei dies der höchste Wert seit sechs Monaten. „Die aktuellen Einkaufsmanagerindex-Daten machen unseren Einkäufern Mut, dass die von vielen Konjunkturexperten befürchtete Rezession vorerst abgewendet scheint. Es gilt allerdings, die Neu- und Folgeaufträge im Fokus zu behalten“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Der Teilindex liege noch im Minus, wenngleich niedriger als in den zurückliegenden sechs Monaten. Die Verteuerung mineralölbasierter Produkte habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Einkaufspreise wieder leicht gestiegen seien.

Einkaufsmanager sehen keine Spur von Rezession

„Jetzt ist es offensichtlich. Der Einkaufsmanagerindex und zugleich die deutsche Wirtschaft haben im letzten Quartal 2011 nur eine Verschnaufpause eingelegt. Bereits im Januar dieses Jahres signalisiert der Einkaufsmanagerindex wieder Wachstum“, meint Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie treffe auf eine stärkere Nachfrage weltweit. „Selbst die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen unserer Nachbarländer in der Eurozone können die zugrundeliegende Dynamik nicht ausbremsen. So wird Deutschland auch in diesem Jahr ein solides Wachstum von etwa 1,2% hinlegen. Von Rezession kann also keine Rede sein“, sagt Traud weiter.

Die meisten Industriebetriebe weiteten ihre Produktion im Berichtsmonat wieder robust aus, nachdem sie in den zurückliegenden drei Monaten noch deutlich zurückgefahren wurde, wie es heißt. Der saisonbereinigte Teilindex erreichte mit 54,3 (Dezember: 49,4) sogar den höchsten Wert seit Juni 2011.

Deutlich mehr Vorleistungs- und Investitionsgüter hergestellt

Mehr hergestellt worden sei vor allem im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich. Beide gälten als wichtige konjunkturelle Frühindikatoren, da ihre Fertigung am Beginn der Produktionskette steht.

Die Auftragsbestände seien infolge rückläufiger Neuaufträge und der Unterauslastung der Kapazitäten im Berichtsmonat zum fünften Mal hintereinander abgebaut worden; allerdings habe sich der Rückgang im Vergleich zu den Vormonaten deutlich verlangsamt. Der saisonbereinigte Teilindex erreichte laut BME im Januar einen Wert von 48,3 (Vormonat: 43,5).

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