17.02.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Trotz des wirtschaftlichen Einbruchs sind die Exportkreditgarantien des Bundes („Hermes-Deckungen“) im Jahr 2009 auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Insgesamt hat die Bundesregierung Garantien für 22,4 Mrd. Euro übernommen. Das entspricht einem Anstieg von 8,2% zum Vorjahr und stellt einen Rekord in der Geschichte der Exportkreditgarantien dar, wie das Bundeswirtschaftsministerium berichtet.
Zugleich konnte mit dem Instrument zum elften Mal in Folge ein Überschuss – im Jahr 2009 in Höhe von 454 Mio. Euro – an den Bundeshaushalt weitergegeben werden. Das in der Verschuldungskrise der 80er Jahre entstandene Defizit konnte bereits vor mehreren Jahren abgebaut werden. Der im Jahr 2008 erzielte Überschuss erhöht den positiven Gesamtsaldo auf nunmehr 1,5 Mrd. Euro, heißt es.
Die Entschädigungszahlungen bewegen sich laut Bundeswirtschaftsministerium auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Viele überfällige Forderungen seien prolongiert oder umstrukturiert worden. Die ausgezahlten Entschädigungen hätten sich um 15,4% auf 204 Mio. Euro (Vorjahr: 177 Mio. Euro) erhöht.
71,9% der Neudeckungen habe die Bundesregierung für Exporte in Schwellen- und Entwicklungsländer übernommen. Aufgrund der schwierigen Bedingungen auf den Finanzmärkten machten Exporte in Industrieländer in 2009 rund ein Drittel des neuen Deckungsvolumens aus.
Auch Deckungen von kurzfristigen Exportkrediten in OECD- und EU-Ländern seien seit August 2009 befristet bis Ende 2010 wieder möglich. Die Bundesregierung hatte sich bei der EU-Kommission für diese Ausnahmeregelung eingesetzt, da private Kreditversicherungen dieses Segment im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht mehr voll abdecken konnten, heißt es.
Die größten Deckungsvolumina entfielen laut Mitteilung im Jahr 2009 auf Südkorea (2,09 Mrd. Euro), die USA (2,07 Mrd. Euro), Russland, (1,99 Mrd. Euro), die Türkei (1,36 Mrd. Euro) und China (1,35 Mrd. Euro). Die zehn Länder mit dem höchsten hermesgedeckten Exportvolumen hätten rund 55% der neu gedeckten Auftragsvolumina auf sich vereint.
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, kommentierte: „Es ist eine wesentliche Aufgabe der staatlichen Außenwirtschaftsförderung, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Absicherungsmöglichkeiten für Exportgeschäfte anzubieten. Das gilt umso mehr, wenn der private Versicherungsmarkt den deutschen Exporteuren nicht mit einem ausreichenden Angebot zur Verfügung stehen kann.“
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