10.03.2010 | Redakteur: Peter Steinmüller

Gesunkene Umsätze bei steigender Nachfrage – auf diese Formel brachte Joachim Secker, Vorstandssprecher des Deutschen Factoring-Verbandes, die Entwicklung seiner Branche. So verminderte sich im Jahr 2009 der Gesamtumsatz der im Verband organisierten 25 Institute um 7,6 Mrd. auf 96,21 Mrd. Euro – ein Minus von 7,34%.
Ursache für diesen Einbruch war die aufgrund der Krise zurückgegangene Geschäftstätigkeit der Factoring-Kunden, was wiederum zu einem geringeren Forderungsvolumen führte. So konnten Stahlunternehmen im Vorjahr nur noch Rechnungen in einer Höhe von 55 Mio. Euro statt 80 Mio. Euro wie im Jahr 2008 schreiben. Die exportabhängigen Branchen wie Elektroindustrie und Maschinenbau waren besonders betroffen: Im Ausfuhrgeschäft sanken die Factoring-Umsätze im vergangenen Jahr um 13,56%.
Gleichzeitig melden die Verbandsmitglieder eine steigende Nachfrage nach ihren Leistungen. Secker zufolge verzeichneten einige Factoring-Anbieter im Jahr 2009 das beste Neugeschäft ihres Bestehens. Die Kundenzahl der Verbandsmitglieder stieg innerhalb eines Jahres um stolze 62% auf 8840 Unternehmen an. Ursache sei die wachsende Nachfrage aus dem Mittelstand, vor allem nach Full-Service-Factoring.
Vorstandsmitglied Hauke Kahlcke führte dieses Interesse vor allem auf die schwieriger gewordene Kreditfinanzierung zurück. Zudem würde das Inkasso von den Factoring-Unternehmen stringenter umgesetzt als von vielen mittelständischen Unternehmen , was wiederum die Zahlungsmoral erhöhe. Diese blieb von der Krise weitgehend unbelastet: Die Zahlungsziele erhöhten sich im vergangenen Jahr durchschnittlich lediglich um einen halben Tag auf 41,1 Tage.
Vorstandssprecher Secker kündigte gleichzeitig an, dass angesichts des gestiegenen Interesses an dieser Finanzierungsform die Anbieter sich ihre potenziellen Kunden genauer anschauen würden: „Das Machbare vom Nichtmachbaren zu unterscheiden, wird eine wichtige Aufgabe sein.“
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