15.03.2010 | Redakteur: Peter Steinmüller

„Wir haben Liquidität genug, uns fehlt die Nachfrage“, versicherte Hans-Michael Heitmüller auf der Bilanzpressekonferenz der Deutsche Leasing AG in Frankfurt am Main. Der Vorstandsvorsitzende musste für das abgeschlossene Geschäftsjahr ein um 8% gesunkenes Neugeschäft von 8,3 Mrd. Euro bekanntgeben.
Heitmüller verwies auf die weitaus schlechtere Lage seiner Branche, deren Geschäft durchschnittlichen um 29% einbrach. Für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres, die bereits am 31. März endet, rechnet Heitmüller mit einem Neugeschäft von 3,8 bis 4 Mrd. Euro, da die Investitionszurückhaltung weiter andaure. In der vorherigen Bilanz waren im gleichen Zeitraum noch 4,6 Mrd. Euro verbucht worden.
Für Sommer und Herbst diesen Jahres hofft der Vorstandsvorsitzende auf ein Anziehen der Nachfrage, weil dann nach seiner Einschätzung doch wieder Ersatzinvestitionen anstehen. Allerdings konnte die Deutsche Leasing über höhere Preisqualität zumindest einen Teil des fehlenden Neugeschäftsvolumens ausgleichen: Die Deckungsbeiträge stiegen im Verhältnis zum Anschaffungswert. So erhöhten sich die Leasingerträge gegenüber dem Vorjahr um 561 Mio. Euro auf 5,7 Mrd. Euro.
Auf das Ergebnis im Neugeschäft wirkten sich besonders der stark geschrumpfte Export und die erhöhte Zahl der Insolvenzen aus. Während Heitmüller dem asiatischen Markt die größte Dynamik bescheinigte, agiere die Deutsche Leasing in Osteuropa „sehr vorsichtig“. Heitmüller schränkte aber ein: „Wenn unsere Vendoren in Osteuropa dabei sein wollen, sind wir auch dabei – wenn auch nicht unbedingt voll auf unser eigenes Risiko.“
Probleme im Vendorengeschäft, also dem Leasing in Partnerschaft mit dem Hersteller des finanzierten Produkts, durch das steigende Insolvenzrisiko in der Industrie sieht der Vorstandsvorsitzende keine: „Wir haben keine einzige Leiche im Keller!“ bekräftigte Heitmüller. Keiner der Vendoren sei unmittelbar von Zahlungsunfähigkeit bedroht. Kai Ostermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, erklärte dies mit dem hochkarätigen Partnern: Die Deutsche Leasing arbeite vor allem mit großen Familienunternehmen zusammen, die über sehr hohe Eigenkapitalquoten verfügten.
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