Unternehmensbeteiligungen

Heuschrecken nehmen deutschen Mittelstand ins Visier

06.07.11 | Redakteur: Stéphane Itasse

Private-Equity-Investoren sind bereit, für Anteile an deutschen Mittelständlern hohe Summen zu investieren. (Bild: obs/Heraeus)
Private-Equity-Investoren sind bereit, für Anteile an deutschen Mittelständlern hohe Summen zu investieren. (Bild: obs/Heraeus)

Das Interesse von Beteiligungsgesellschaften am deutschen Mittelstand wächst. 98% der Risikokapitalgeber planen im laufenden Jahr neue Beteiligungen, 90% davon investieren in mittelständische Unternehmen mit bis zu 100 Mio. Euro Umsatz, wie die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl&Partner bei der Vorstellung einer neuen Studie mitteilt.

Auch das Marktumfeld für den Ausstieg aus Beteiligungen habe sich verbessert: 79% der Private Equity-Unternehmen planten Exits in diesem Jahr, 80% würden dabei ein verbessertes Umfeld für Börsengänge sehen. Wichtigste Gründe für die Aufnahme von Risikokapital sind die Wachstumsfinanzierung und die Regelung der Nachfolge.

Investoren buhlen um interessante Beteiligungen

Das steigende Interesse strategischer Investoren und internationaler Private Equity-Gesellschaften am deutschen Mittelstand treibt die Unternehmenspreise nach oben und verschärft die Konkurrenz um attraktive Investments. Dies ergibt eine Befragung führender Beteiligungsunternehmen durch Rödl&Partner.

„Die Mittelständler setzen auf Risikokapital, um das Wachstum im Wirtschaftsaufschwung zu finanzieren“, sagt Wolfgang Kraus, Geschäftsführender Partner von Rödl&Partner. „Wir stehen vor einem Boomjahr für Private Equity im Mittelstand. Viele Gesellschaften werden in diesem Jahr aber auch Kasse machen und aus Beteiligungen aussteigen. Dies wird den Markt für Unternehmensverkäufe weiter anheizen und endlich für mehr Börsengänge sorgen.“

Volumen der privaten Beteiligungen könnte auf Rekord steigen

Die positive Stimmung wird insbesondere mit dem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland begründet. 84% der Beteiligungsgesellschaften erwarten eine bessere Marktsituation. Nahezu alle Gesellschaften planen neue Investments, 60% sogar drei bis vier Beteiligungen im Jahr 2011. Es ist davon auszugehen, dass der Wert von 4,4 Mrd. Euro an Beteiligungskapital, das 2010 investiert wurde, nochmals deutlich gesteigert wird.

Dabei bleibt die Beteiligungsbranche klar auf den Mittelstand fokussiert. Das Transaktionsvolumen der befragten Gesellschaften liegt bei 71% der Unternehmenszukäufe unter 20 Mio. Euro.

Private-Equity-Investoren bieten den Unternehmen Wachstumskapital

„Die Finanzkrise ist ausgestanden, jetzt benötigt die Wirtschaft Wachstumskapital. Die Beteiligungsbranche hat erkannt, dass sie im Mittelstand die attraktivsten Investitionschancen vorfindet. Die Liquidität dafür ist vorhanden“, meint Björn Stübiger, Partner von Rödl&Partner, der die Studie durchgeführt hat. „Aber der Boom und die wachsende Zahl ausländischer Investoren treibt auch die Unternehmenspreise in die Höhe. Viele Beteiligungen scheitern an zu hohen Preisvorstellungen und an der geringen Zahl interessanter Unternehmen.“

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