Unternehmensnachfolge

Externe Nachfolgeregelung mit unternehmerischem Investor

06.02.12 | Autor / Redakteur: Hans-Gert Mayrose / Claudia Otto

Nicht alle Finanzinvestoren sind Heuschrecken, ein "Unternehmer-Investor" denkt strategisch und ist langfristig am Fortbestand des Unternehmens interessiert. (Bild: Comugnero Silvana - Fotolia.com)
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Nicht alle Finanzinvestoren sind Heuschrecken, ein "Unternehmer-Investor" denkt strategisch und ist langfristig am Fortbestand des Unternehmens interessiert. (Bild: Comugnero Silvana - Fotolia.com)

Die meisten Unternehmer wünschen sich einen Nachfolger, der ihr Unternehmen in seiner erfolgreichen Identität fortführt und Standort sowie Belegschaft erhält. Ein mittelständischer Schmiedebetrieb war genau in dieser Situation und fand überraschenderweise mit einem Investor die richtige Lösung.

Krisenthema Unternehmernachfolge: Jedes Jahr stehen Tausende Inhaber mittlerer und kleiner Unternehmen vor der Frage, wer die Geschäfte weiterführt, wenn der eigene Ruhestand naht. Wenn sich innerhalb der Eigentümerfamilie keine Lösung bietet, bleibt als Alternative zur Schließung der Verkauf an Manager – oder aber an Investoren.

Wer als Unternehmer viel Herzblut in sein Unternehmen gesteckt hat, der möchte sein Lebenswerk jedoch nicht durch kühl rechnende Finanzinvestoren zerschlagen oder verschmolzen sehen. Abhilfe schaffen kann ein strategisch-langfristig denkender „Unternehmer-Investor“, der sein Engagement nicht auf einen späteren Verkauf ausrichtet und das Unternehmen gemeinsam mit dem Management vor Ort weiterentwickelt.

Fehlerhafte Markteinschätzung führte in die Insolvenz

Die Gesco AG aus Wuppertal ist solch ein unternehmerisch-langfristig orientierter Investor. Ein Beispiel dafür ist der Erwerb der Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH aus dem hessischen Hatzfeld/Eder, einem traditionsreichen und international angesehenen Unternehmen mit 175-jähriger Firmengeschichte.

Trotz langer Historie und internationalem Renommee musste die seinerzeitige Muttergesellschaft Frank AG wegen Zahlungsunfähigkeit 1994 den Gang zum Konkursrichter antreten. Fehleinschätzungen der zukünftigen Marktentwicklung verbunden mit verspäteten Investitionen in Anlagen konnten vom Boom der Wiedervereinigung zu Beginn der 1990er-Jahre nicht nachhaltig aufgefangen werden. Die für Rationalisierungsmaßnahmen und zukunftssichernde Investitionen benötigten Mittel konnten nicht mehr erwirtschaftet werden.

Manager retten Unternehmen selbst

Nur dem unternehmerischen Mut eines kleinen Teams von ehemaligen Managern der Frank-Gruppe war es letztlich zu verdanken, dass der Standort in Hatzfeld als eigenständiges Unternehmen fortgeführt werden konnte. Die Manager waren von der Zukunftsfähigkeit der Schmiede überzeugt, sie wagten den Sprung ins Unternehmertum, erwarben aus der Insolvenz heraus die wesentlichen Aktiva des Schmiedebetriebs und formten so die Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH.

Mit den richtigen strategischen Weichenstellungen, darunter Investitionen in einen modernen Maschinenpark, die Erweiterung des Fertigungsprogramms und der Bau größerer Fertigungshallen, ist es dem Management gelungen, die Frank GmbH bis in die Spitzengruppe der Landtechnikunternehmen zu führen.

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