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Die US-Krise zeigt Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

03.06.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

In Europa werden 2008 vor allem die westlichen Volkswirtschaften im Zuge der schwächeren US-Konjunktur spürbar an Dynamik verlieren. Währenddessen befinden sich die meisten Schwellenländer in Osteuropa, Asien sowie Lateinamerika auf einem relativ stabilen Wachstumspfad. Die Risiken für alle Ökonomien weltweit gehen von einer stark steigenden Inflation und erhöhten Finanzierungskosten aus, teilt die Kölner Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) mit.

Die Korrespondenten der Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) analysieren in einer neuen Serie die Auswirkungen der US-Hypotheken- und Finanzkrise auf die wichtigsten Exportziele der deutschen Wirtschaft. In den kommenden Monaten dürfte sich das Exportumfeld für deutsche Unternehmen verschlechtern. Der Abschwung in den USA, dem nach Frankreich wichtigsten Handelspartner, trifft den Exportweltmeister zunehmend. Aber auch die Nachfrage aus den Euro-Ländern ebbt ab, weil die Konjunktur bei wichtigen Handelspartnern wie Italien und Spanien lahmt.

In einigen Volkswirtschaften zeichnet sich ein deutlicher Rückgang des Wohnungsbaus ab. Gerade dort, wo der Boom am Markt für Wohnimmobilien am stärksten war, nämlich in Irland und Spanien, ist dieser Prozess bereits im Gange. Das Vereinigte Königreich muss gleichzeitig eine kräftige Korrektur des überhitzten Immobilienmarktes mit einer hoch verschuldeten Bevölkerung und einem strauchelnden Finanzsektor bewältigen.

Die Investitionstätigkeit in Westeuropa dämpfen steigende Finanzierungskosten. Gestützt wird die Investitionsdynamik 2008 durch den hohen Auslastungsgrad der Industrie und den vielerorts hohen Modernisierungsbedarf.

Wachstum der Schwellenländer stabilisierendes Element der Weltwirtschaft

In Mitteleuropa und den Schwellenländern hingegen wirkte sich die Abkühlung der Konjunktur in den USA bislang moderat aus. Das größte Problem vieler Länder ist die Inflation.

Die Volkswirtschaften der Entwicklungs- und Schwellenländer Asiens dürften nach Schätzungen der Asian Development Bank (ADB) 2008 real um 7,6% und 2009 um 7,8% wachsen. Eine Ausweitung der Kreditkrise auf Asien scheint derzeit unwahrscheinlich. Die Banken in der Region bleiben die Hauptquelle der heimischen Kredite. Auch haben die meisten asiatischen Staaten solide Währungsreserven. Ähnlich robust zeigt sich das Wachstum der Region Lateinamerika.

Insgesamt muss wohl mit einer Konjunkturabschwächung der Weltwirtschaft gerechnet werden. Trotzdem gibt das robuste Wachstum der Schwellenländer - sie erzeugen heute zusammen immerhin rund 20% des BIP der Welt - und der mitteleuropäischen Staaten Anlass zu der Annahme, dass die Weltkonjunktur relativ intakt bleibt.

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