09.04.2009 | Autor / Redakteur: Martin Sonneck / Jürgen Schreier

In diesem Jahr rechnet die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit keiner konjunkturellen Belebung in Bayern. Allenfalls 2010 könne es wieder aufwärts geben, so der Verband.
„Eine wirtschaftliche Erholung in Bayern erwarten wir frühestens im nächsten Jahr. Die Unternehmen kämpfen derzeit um ihre Belegschaften“, so Randolf Rodenstock, der Präsident der VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft anlässlich der Präsentation des VBW-Index in München. Demnach hat sich die konjunkturelle Lage in Bayern im Vergleich zur Herbstbefragung 2008 drastisch verschlechtert. Der Freistaat befindet sich in der Rezession.
Die weltwirtschaftliche Krise habe nun auch auf die bayerische Wirtschaft durchgeschlagen, beschrieb Rodenstock die Situation. Der massive konjunkturelle Abschwung werde durch den aktuellen Wert des VBW-Index der bayerischen Wirtschaft deutlich. Mit nur noch 60 Punkten – gegenüber 103 im Herbst und 133 Punkten im Frühjahr 2008 – erreicht er im Frühjahr 2009 ein Rekordtief.
Nur einer vergleichsweise guten aktuellen Beschäftigungslage sei es zu verdanken, dass der Gesamtindex nicht noch weiter gefallen sei, erläuterte Rodenstock. Der Lageindex Beschäftigung ging zwar ebenfalls zurück, liegt aber mit 118 Punkten sogar noch über dem mittelfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Dagegen hat sich der Lageindex Wachstum, er liegt inzwischen nur noch bei 60 Punkten, mehr als halbiert.
„Das eigentlich Dramatische ist, dass die Prognoseindizes gegenüber der letzten Erhebung nochmals kräftig gefallen sind“, betonte Rodenstock. Der Prognoseindex Wachstum ist auf 21 Punkte gesunken und hat sich bedrohlich dem unteren Ende der Skala genähert. Auch der Prognoseindex Beschäftigung hat deutlich nachgegeben und liegt nun bei 40 Punkten.
Der VBW-Präsident machte deutlich, dass die Exporte der bayerischen Unternehmen im November und Dezember 2008 jeweils um 13% gegenüber dem Vorjahr gefallen sind und vermutet, dass in den ersten Monaten dieses Jahres der Rückgang noch stärker ausfallen werde. Beim Verband geht man zudem davon aus, dass der Produktionsrückgang in den ersten Monaten diesen Jahres im zweistelligen Bereich gelegen habe.
Die größten Probleme haben daher auch die exportorientierten Bereiche, wie die Automobilbauer und ihre Zulieferer sowie der Maschinenbau. Noch vergleichsweise moderat seien die Rückgänge in konsumnahen Bereichen – etwa in der Ernährungsindustrie. Relativ gute Perspektiven hätten auch die Bereiche, die von mittel- und längerfristigen Trends profitieren, wie die Energie- und Umwelttechnik.
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