21.10.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Diversen Rankings zufolge ist Bayern per se zwar ein Top-Wirtschaftsstandort, doch sind die Perspektiven für die bayerische Wirtschaft – passend zum Wetter – eher frostig. Dies legt der aktuelle VBW-Index der bayerischen Wirtschaft nahe.
Dieser Index erreicht im Herbst 2009 ein neues Rekordtief von nur noch 51 Punkten – gegenüber 60 Punkten im Frühling und 103 Punkten im Herbst 2008. Der Vizepräsident der VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, betonte: „Wir können keine konjunkturelle Entwarnung geben. Nach einem massiven Einbruch hat zwar inzwischen die Bodenbildung eingesetzt. Der Prozess wird aber langsam und holprig verlaufen, Rückschläge können wir nicht ausschließen. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht.“
Grund für den erneuten Rückgang des VBW-Index ist im Wesentlichen die spürbar verschlechterte aktuelle Situation bei Wachstum und Beschäftigung. Der Lageindex Wachstum ist von 60 Punkten im Frühjahr auf nur noch 29 Punkte gefallen. Auch der Lageindex Beschäftigung hat sich halbiert, von 118 Punkten im Frühjahr auf 59 Punkte. „Die Krise ist inzwischen am bayerischen Arbeitsmarkt angekommen“, kommentiert Brossardt.
Der Prognoseindex Wachstum ist dagegen vom extrem niedrigen Niveau im Frühjahr (21 Punkte) auf 75 Punkte gestiegen. „Das ist ein ordentlicher Schritt, dennoch liegt der Wert damit weiterhin klar unter der 100-Punkte-Marke, die den langfristigen Durchschnitt markiert“, so VBW-Vize Brossardt. Dies deute auf eine Bodenbildung hin. „Dass dennoch eine dynamische Erholung noch nicht in Sicht ist, liegt auch an den weiterhin nahezu konstant schlechten Aussichten bei der Beschäftigung.“ Der Prognoseindex Beschäftigung ist nahezu gleich geblieben und verharrt bei niedrigen 39 Punkten.
»1 »2 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 323530)