17.03.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Der Einbruch im deutschen Maschinenbau hat für viele Unternehmen auch die Frage aufgeworfen, welche Märkte noch interessant sind. Klaus Friedrich, als Rechtsanwalt für das Außenhandelsreferat des VDMA tätig, berichtete auf der VDMA-Absatztagung am Mittwoch in Würzburg über die interessantesten Exportmärkte für die deutschen Maschinenbauer.
Der Absatzeinbruch hat dabei auch im Export seine Spuren hinterlassen, wie Friedrich erläuterte. Wachstum habe es im Jahr 2009 nur bei den Ausfuhren nach Ost- und Südostasien gegeben, angetrieben von China. Auf allen anderen Märkten, gerade den großen, hätten die Maschinenbauer ein deutliches Minus verbucht. Insgesamt habe es einen Rückgang von 23,4% gegeben.
Eine Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des VDMA habe allerdings nicht unbedingt die Länder wie China, Iran oder Irak, die 2009 am stärksten gewachsen waren, als die langfristig interessantesten Märkte ermittelt. Die Untersuchung erstreckte sich über insgesamt 100 Länder und ermittelte die Attraktivität anhand von 9 Subindizes und 32 Einzelindikatoren, um die aktuelle Bedeutung und die Dynamik der Marktentwicklung zu erfassen.
Im Ergebnis der Studie befinden sich die attraktivsten Märkte für die deutschen Maschinenbauer in Westeuropa, vor allem in Skandinavien, wie Friedrich berichtete. Die USA würden trotz des starken Rückgangs 2009 aufgrund der Marktgröße, der Bildung und der praktischen Geschäftstätigkeit wichtig bleiben.
In Asien würden Japan und Korea mit Marktgröße, hervorragenden Bildungsindikatoren und sehr guter Infrastruktur punkten. Bei den kleinen Märkten bieten sich laut Friedrich in Singapur und Hongkong Chancen für Maschinenbauer, weil sie stabil und offen sind und eine hervorragende praktische Geschäftstätigkeit haben.
In den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) hingegen würden sich die Märkte zwar dynamisch entwickeln, die Rahmenbedingungen blieben jedoch schwach. Im Endergebnis sei hier nur China als Markt wirklich interessant, Russland hingegen vergleichsweise schwach.
Andere Schwellen- und Entwicklungsländer würden jedoch attraktive Möglichkeiten bieten, beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten, Vietnam oder Kasachstan.
Friedrich empfahl den Maschinenbauern, die etablierten Märkte nicht zu vernachlässigen. Die Marktdynamik sei in der EU zwar nicht besonders hoch, die Unternehmen würden aber oft die Chancen nicht vollständig erkennen und damit das Marktpotenzial nicht ganz erschließen. Märkte wie Schweden oder Finnland würden häufig unterschätzt.
Bei den Schwellenländern seien die OPEC-Staaten interessant, die BRIC-Länder hingegen schlechter als ihr Ruf. Länder mit derzeit dynamischer Entwicklung wie China, die VAE, die Türkei, Saudi-Arabien, Äypten oder Vietnam würden Hinweise auf Märkte von morgen geben. Allerdings müsse man auch die Risiken des aktuellen Exportgeschäfts richtig einschätzen – die seien bei attraktiven Auslandsmärkten oft entsprechend hoch.
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