18.02.11 | Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Im Fokus der deutschen Exporteure stehen meist die großen Wachstumsmärkte, vor allem China. Doch viele andere Länder bieten auch sehr gute Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Exporteure – Grund genug für die Exportförderer von Germany Trade and Invest (GTAI), die interessantesten in einer Studie vorzustellen.
Wir haben Länder ausgewählt, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen wie beispielsweise die BRIC-Staaten“, erläuterte GTAI-Geschäftsführer Michael Pfeiffer. Diese Länder seien nicht so bekannt wie Brasilien, Russland, Indien oder China (BRIC), würden aber dennoch längerfristig ein überproportionales Wachstum bieten, hätten sich als zuverlässige Partner erwiesen und würden ein hohes Importvolumen aus Deutschland aufweisen. GTAI-Chefredakteur Ernst Leiste ergänzte: „Wir haben darauf geachtet, dass die Märkte auch für mittelständische Unternehmen zu erschließen sind.“ Im Einzelnen nannte Pfeiffer Australien, Finnland, Kasachstan, Katar, Kolumbien, Südkorea und Südafrika.
Für Australien wies Pfeiffer auf die riesigen Rohstoffvorkommen hin, außerdem liege der Kontinent mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 55000 US-Dollar pro Jahr deutlich über der Bundesrepublik mit 41000 Dollar. Dementsprechend haben sich auch die deutschen Exporte entwickelt: Sie stiegen in den ersten elf Monaten 2010 um rund 24%. „Die Chancen für die deutsche Wirtschaft bleiben sehr gut“, gab sich der GTAI-Geschäftsführer überzeugt.
Gefragt sind laut GTAI-Studie Ausrüstungen für die Bergbauindustrie, erst recht nach der Flutkatastrophe und Sturmschäden der vergangenen Monate. Doch bereits vorher hatte die Branche Rekordinvestitionen geplant. Gute Geschäfte können sich für die deutsche Wirtschaft auch in der Energietechnik und in der Medizintechnik ergeben. „Die australische Wirtschaft ist hier auf Importe aus Deutschland angewiesen“, sagte Pfeiffer.
Dies bestätigt auch die AHK Australien. Laut jüngster Umfrage der Kammer tragen über 340 deutsche Niederlassungen zu einem Handelsvolumen von 8,19 Mrd Euro bei. Diese sind für über 100000 australische Arbeitsplätze verantwortlich. Seit 2006 stiegen deutsche Direktinvestitionen um 29% auf 9,4 Mrd. Euro.
Finnland hat die GTAI-Studie als eines der am schnellsten wachsenden europäischen Länder identifiziert und prognostiziert eine BIP-Zunahme von jeweils 3% in den Jahren 2011 und 2012. „Das Land hat in den vergangenen zwanzig Jahren eine deutliche Wandlung durchgemacht und bietet heute viel mehr als Holz und Papier oder Nokia“, so der GTAI-Geschäftsführer.
Die Unternehmen des produzierenden Gewerbes würden 2011 voraussichtlich gut 6,4 Mrd. Euro in ihre Ausrüstung investieren, ein Plus von 10%. Weitere vielversprechende Sektoren seien Energie – sowohl Kernenergie als auch Erneuerbare – und das Gesundheitswesen.
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