Studie

Knappe Rohstoffe befeuern das Wachstum der Industrie

28.03.12 | Redakteur: Stéphane Itasse

Der effizientere Umgang mit Rohstoffen bietet für deutsche Unternehmen viele Chancen. (Bild: Siemens)
Der effizientere Umgang mit Rohstoffen bietet für deutsche Unternehmen viele Chancen. (Bild: Siemens)

Knappe Ressourcen sowie deren effizientere Nutzung und Verarbeitung lösen einen Innovationswettlauf in der Industrie aus. Und Investitionsgüterhersteller profitieren vom Ausbau der Straßen-, Schienen- und Energienetze in Industrie- und Schwellenländern. Gerade deutsche und Schweizer Industrieunternehmen können bis 2020 zu den großen Gewinnern am Weltmarkt zählen, wie eine neue Studie zeigt.

Acht strukturelle Trends führen laut der Unternehmensberatung Bain & Companyy dazu, dass das globale BIP um 40% oder 27 Bill. US-Dollar auf 90 Bill. Dollar steigen wird (wir berichteten). Davon profitiere auch der Industriesektor, für den vor allem zwei Trends im Mittelpunkt stehen: erstens der effizientere Einsatz von Rohstoffen, die dafür notwendigen Maschinen und Werkzeuge sowie alternative Verarbeitungsverfahren (plus 3 Bill. Dollar BIP-Wachstum bis 2020), und zweitens der notwendige Ausbau der Infrastruktur (plus 1 Bill. Dollar).

Neue Verfahren können zusätzliche Energienachfrage decken

Auf den ersten Blick habe der globale Wohlstandsgewinn für Unternehmen und Konsumenten einen Nebeneffekt: Der Rohstoffverbrauch steigt und in der Folge auch die Preise. Laut Studie würden aber weder die Energie- noch die Lebensmittelpreise explodieren, sie stiegen bis zum Jahr 2020 relativ moderat um insgesamt 18 und 13%.

Der Grund: Der Ausbau der Erdgasförderung durch neue Verfahren wie Fracking und die steigende Kohleförderung vor allem in China deckten einen guten Teil der zusätzlichen Energienachfrage. Wesentlich kritischer sei die Situation bei Metallen und seltenen Erden. Da die Erschließung neuer Bergwerke sieben bis 15 Jahre dauert, erwartet die Unternehmensberatung hier einen Preisanstieg um bis zu 200% bis zum Jahr 2020.

Effizienz bremst Anstieg der Rohstoffpreise

Dass die Rohstoffpreise nicht noch schneller steigen, liege vor allem an einer Entwicklung: Die Verarbeitung von Rohöl, Metallen und anderen Rohstoffen, aber auch der Umgang mit Wasser, werde in den kommenden Jahren immer effizienter. „Wir erleben zurzeit eine Verschiebung der Profitabilität in der Wertschöpfungskette hin zu Rohstoffen“, sagt Dr. Armin Schmiedeberg, Partner bei der Unternehmensberatung und Leiter der europäischen Praxisgruppe Industriegüter und -dienstleistungen. „In allen Branchen und auf allen Kontinenten setzen Unternehmen auf effizientere Prozesse, die Wiederverwertung von Rohstoffen sowie deren Ersatz durch leichter verfügbare Materialien.“

Deutsche und Schweizer Unternehmen setzten schon heute Standards bei vielen Technologien auf dem Weltmarkt, zum Beispiel bei Recyclingtechniken, dem Leichtbau von Motoren und Antriebsaggregaten, bei der Verwendung neuer Werkstoffe in der Automobil- und Flugzeugindustrie, der Automatisierung großer Förderanlagen durch Mess- und Regeltechnik sowie der energieeffizienten Gebäudetechnik.

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