25.07.2008 | Autor / Redakteur: Martin Sonneck / Jürgen Schreier

Internationalisierung und Innovation zählen zu den entscheidenden Faktoren für den Unternehmenserfolg im Mittelstand. Das geht aus einem vom WBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in München vorgestellten Gutachten hervor. Erarbeitet wurde es vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
Für VBW-Präsident Randolf Rodenstock ist der Mittelstand mit der deutschen Wirtschaft gleichzusetzen. „Denn 99,7 Prozent der Unternehmen gehören zum Mittelstand, also den Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro beziehungsweise mit bis zu 500 Mitarbeitern.“ 6000 dieser Firmen aus dem Bereich industrielle Produktion und unternehmensnahe Dienstleistungen wurden für das Gutachten befragt, defacto sei es damit ein Gutachten über die gesamte deutsche Wirtschaft.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass der wirtschaftliche Erfolg nicht von der Unternehmensgröße abhängt. Das Gutachten zeigt vielmehr auf, dass die Faktoren Internationalisierung, Forschung, produktbegleitende Dienstleistungen und eine gute Positionierung im Marktumfeld die entscheidenden Stellschrauben sind. Unternehmen sollten allerdings in mindestens zwei der vier Bereiche punkten, wenn sie überdurchschnittlich erfolgreich sein wollen. Rodenstock wies darauf hin, dass die Hälfte der definierten Unternehmen keine zwei Erfolgsfaktoren erfüllen würden. Lediglich fünf Prozent weisen alle vier Erfolgsmerkmale auf.
Aus den Erkenntnissen des Gutachtens leitet der VBW-Präsident Handlungsbedarf an zwei entscheidenden Stellen ab. Zum einen bei den Unternehmen selbst: „Mittelständische Unternehmen müssen ihre unternehmerische Aufgaben erfüllen. Sie müssen vor allem Forschung und Innovation als ein hochrangig erfolgsrelevantes Feld erkennen und entsprechend besetzen. Das gleiche gilt für die internationale Ausrichtung.“
Sein zweiter Adressat ist die Politik. Die Wirtschaft brauche weder Schutzzäune noch Subventionen, sondern Rahmenbedingungen, die Luft zum Atmen lassen. „Hier ist der Staat gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Gute Wirtschaftspolitik in Deutschland ist gleichzeitig auch gute Mittelstandspolitik. Dazu gehört vor allem, Impulse für das Auslandsgeschäft zu setzen, Innovationen zu fördern und Bürokratie abzubauen.“
Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller sieht im bayerischen Mittelstand ein tragendes Element der Wirtschaft, gerade auch vor dem beschäftigungspolitischen Hintergrund. „Die Unterstützung des Mittelstands ist und bleibt der wichtigste Baustein der Wirtschaftspolitik der Bayerischen Staatsregierung“, so die Ministerin während der Vorstellung des Gutachtens. Mit den durch das Gutachten identifizierten Erfolgsfaktoren sah sie zudem die Bestätigung für den Kurs der bayerischen Wirtschaftspolitik, die hier seit langem ihre Akzente setzt.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 263891)