Hybride Wertschöpfung

Dienen und mehr verdienen im Maschinen- und Anlagenbau

05.03.2009 | Autor / Redakteur: Bernd Bienzeisler / Claudia Otto

Die Integration von Produkt und Dienstleistung bietet die größten Umsatzpotenziale. Bild: Gildemeister

Eine Verzahnung von Produktion und Dienstleistung hat viele Vorteile: Dienstleistungen sind oft profitabler als das Produktgeschäft. Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, ob Dienstleistungen tatsächlich den wirtschaftlichen Erfolg steigern.

Die strategische Relevanz von Dienstleistungen nimmt weiter zu. Deshalb hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die Studie „Dienen und mehr verdienen? Hybride Wertschöpfung im Maschinen- und Anlagenbau“ durchgeführt. Diese untersucht das Potenzial dienstleistungsbezogener Wertschöpfungsformen. Dabei interessierte vor allem, wie aus der Sicht von Unternehmen das Erfolgspotenzial unterschiedlicher Dienstleistungstypen bewertet wird, wie Dienstleistungen zum Unternehmenserfolg beitragen und worin sich dienstleistungsorientierte Unternehmen von anderen Unternehmen unterscheiden.

Viele Unternehmen bieten Dienstleistungen nur optional

Viele Unternehmen haben die wachsende wirtschaftliche Bedeutung von Dienstleistungen erkannt und ihr Leistungsportfolio mehr oder weniger gut darauf abgestimmt. Das gilt auch für den Maschinen- und Anlagenbau, der sich in den vergangenen Jahren auf komplexe und kundenindividuelle Produkte spezialisiert hat.

So gibt es in dieser Branche inzwischen kaum ein Unternehmen, welches nicht Ersatzteilservice, Wartung, Schulungen oder Ähnliches anbietet. Aber darin liegt zugleich ein Teil des Problems. Denn für viele Unternehmen beschränken sich Dienstleistungen auf produktbegleitende Leistungen, die lediglich optional und ergänzend zum Kernprodukt angeboten werden.

Aktuelle Erkenntnisse aus der empirischen Studie deuten darauf hin, dass die eigentlichen Potenziale von Dienstleistungen im Maschinen- und Anlagenbau weiter gehen und nicht in der Addition, sondern in der Integration von Produkt und Dienst-leistung zu suchen sind. Denn im Rahmen einer stärkeren Arbeitsteilung, integrierter Wertschöpfungsketten und der Nutzung moderner Informations- und Telekommuni-kationstechnologien (IuK) ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für Produkt-Dienstleistungs-Kombinationen, zugleich aber auch neue Anforderungen an eine dienstleistungsorientierte Leistungserbringung und Organisationsgestaltung.

Was heißt das nun? Dazu ist es hilfreich, zunächst Typen von Dienstleistungen zu unterscheiden. Wenngleich eine trennscharfe Unterscheidung einzelner Dienstleistungstypen in der Praxis nicht immer möglich ist, schärft eine Typologie den Blick dafür, dass mit unterschiedlichen Dienstleistungen unterschiedliche Wertschöpfungsformen umgesetzt werden. Diese reichen vom einfachen Zusatzgeschäft bis hin zur Organisation der Produktion als Dienstleistungsprozess im Rahmen von Betreibermodellen (Bild 1). Im Rahmen der Untersuchung haben die Unternehmen die aktuelle und zukünftige wirtschaftliche Bedeutung der jeweiligen Dienstleistungstypen bewertet.

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