Change Management

Was Unternehmen wirklich zum Überleben brauchen

22.06.2010 | Autor / Redakteur: Martin Sonneck / Jürgen Schreier

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher: „Wir brauchen Märkte und Unternehmen, die sich das Neue ausdenken und durchsetzen.“

Anlässlich der diesjährigen AWT Horwath-Schlossworte sprach der Wirtschaftsexperte Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher über die Herausforderungen, denen sich insbesondere mittelständische Unternehmen in einer globalen Welt gegenübersehen. Dazu gehören neben der demographischen Entwicklung die Finanzkrise sowie die Notwenigkeit der Klimaschutzes durch Aufforstung und den Einsatz erneuerbarer Energien.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften AWT Horwath, die sich auf dem Sektor der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung einen Namen gemacht hat, lädt seit Jahren zu den Schlossworten in München und Chemnitz ein. Mit dieser Veran-staltung bietet AWT Horwath Raum, sich mit neuen Perspektiven aufzuladen und interes-sante Menschen außerhalb des Arbeitsfeldes zu treffen. Im übertragenen Sinne die eigene interdisziplinäre Sichtweise zu schärfen.

Das größte Problem ist die Anzahl der Menschen

„Das größte Problem ist die Anzahl der Menschen“, so lautete eines der provokanten Eingangsstatements von Professor Radermacher, das die Zuhörer auf ein Kernproblem hinweisen sollte, das von vielen Menschen noch gar nicht richtig wahrgenommen würde.

Wie sich das explosionsartige Wachstum der Weltbevölkerung offenbart, machte er mit wenigen Zahlen deutlich: 1965 gab es rund 3 Mrd. Menschen auf der Welt; heute, 45 Jahre danach, sind es bereits 7 Mrd. Bis 2050 rechnet man mit 10 Mrd. Menschen. Das Populationswachstum in Indien liegt gegenwärtig bei 10 Mio. Menschen pro Jahr. Bis 2050 kommen demnach 400 Mio. Inder dazu.

In Afrika liegt das Wachstum bei 25 Mio. Menschen pro Jahr. Bis 2050 werden aus gegenwärtig rund 1 Mrd. Afrikaner über 2 Mrd. Hinzu komme die verbesserte Ernährung und Medizin, die die Lebenserwartung in den letzten 30 Jahren um 20 Jahre erhöht hat – wie das Beispiel China eindrücklich zeige.

Damit drohe die Gefahr eines Ringens um Wohlstand. Indirekt ein Ringen um Ressourcen. Radermacher bemerkte in Bezug auf die Klimathematik, dass die Nutzung der Atmosphäre als Klimadeponie nicht mehr in der bisherigen Form möglich sei, da wir diese Deponie schon gefüllt hätten. „Wir haben nicht genügend viel, zu beliebigen Preisen“, so sein Mahnruf und er verwies dabei auf die Situation bei den fossilen Energien.

Was Unternehmen wirklich zum Überleben brauchen

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