Ausbildung

Stiftungen fördern unternehmerische Potenziale

13.10.2006 | Redakteur: Jürgen Schreier

Die Zahl der Existenzgründungen ist in Deutschland im internationalen Vergleich eher gering. Unter 35 untersuchten Ländern nahm die Bundesrepublik im Jahr 2005 nur den 23. Platz ein. Die Stiftung der

Die Zahl der Existenzgründungen ist in Deutschland im internationalen Vergleich eher gering. Unter 35 untersuchten Ländern nahm die Bundesrepublik im Jahr 2005 nur den 23. Platz ein. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und die Heinz Nixdorf Stiftung wollen mit einem gemeinsamen Projekt dazu beitragen, das Gründungsklima zu verbessern.

Deutschland braucht ein Klima, in dem die unternehmerische Initiative junger Menschen mehr anerkannt und gefördert wird. Denn Angst und Pessimismus, so die Einschätzung internationaler Wirtschaftsexperten, seien maßgeblich verantwortlich für die geringe Existenzgründungslust hierzulande. Auch herrschten bei uns – im internationalen Vergleich – ein „eher negatives Unternehmerbild und Geringschätzung unternehmerischer Tätigkeit“ vor.

Nur Unternehmer schaffen neue Jobs

Unternehmerische Initiative ist notwendig, wenn wir neue Arbeitsplätze und mehr Wachstum schaffen wollen. Mit dem Projekt „Herausforderung Unternehmertum“ unterstützen die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und die Heinz Nixdorf Stiftung Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und junge Berufstätige dabei, ihre unternehmerischen Potenziale zu entfalten.

„Solche Initiativen sind eine großartige Idee, weil qualifizierte junge Menschen mit Tatendrang und Wissensdurst ermutigt werden, sich vorurteilsfrei mit dem Unternehmertum auseinander zu setzen und eine unternehmerische Tätigkeit als Berufsperspektive in Betracht zu ziehen“, sagt Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Schirmherr des Projektes. Botschafter, Ideengeber und Gestalter des Projektes sind engagierte Studierende verschiedenster Fachrichtungen. Was sie eint, sind ein Stipendium und eine besondere Förderung durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft.

Studierende werden gefördert

Die Stiftung greift die bildungspolitischen Anliegen von Unternehmen und Unternehmensverbänden auf. Gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden, Ministerien und anderen gesellschaftlichen Institutionen entwickelt die sdw Bildungsangebote für junge Menschen. In ihrem Studienförderwerk, dessen Namensgeber der Ehrenpräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dr. Klaus Murmann ist, fördert die sdw rund 1000 leistungsstarke und engagierte Studierende und Promovierende aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen. Mit Projekten setzt sich die sdw überdies für eine bessere Qualität allgemein bildender Schulen ein und unterstützt die praxisnahe Vorbereitung der Jugendlichen auf das Berufsleben.

Zusammen mit der sdw engagiert sich die Heinz Nixdorf Stiftung bei dem Gemeinschaftsprojekt „Herausforderung Unternehmertum“. „Beide Stiftungen brennen für das Thema Unternehmertum“, begründet Dr. Klaus Murmann, Vorstandsvorsitzender der sdw, das Zusammengehen. Die Heinz Nixdorf Stiftung ging als gemeinnützige und unabhängige Stiftung aus dem Nachlass des Unternehmers Heinz Nixdorf hervor. Ihre Hauptaufgaben sieht sie in der Förderung der Aus- und Fortbildung, der Wissenschaft in Forschung und Lehre, des freiheitlich-demokratischen Gemeinwesens, besonders der Sozialen Marktwirtschaft, sowie in der Förderung der Gesundheit der Bevölkerung. Sie kooperiert mit anderen gemeinnützigen Organisationen und verwirklicht ihre Ziele unter anderem mit dem Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn.

Stipendiatenteams verantworten eigene Budgets

Im Rahmen des Projektes „Herausforderung Unternehmertum“ bewerben sich regional zusammengesetzte Stipendiatenteams darum, mit einem Budget von jeweils 30 000 Euro ein Jahr lang in eigener Regie eine regionale Initiative zur „Herausforderung Unternehmertum“ durchführen zu können. Pro Jahr werden von einer unabhängigen Jury vier Stipendiatenteams ausgewählt.

Über 400 Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene wurden so bereits im ersten Projektjahr an unternehmerisches Denken und Handeln herangeführt. Sie nahmen an Businessplanwettbewerben teil, erarbeiteten Zukunftskonzepte für wirtschaftsschwache Regionen oder erfuhren von Unternehmern und Existenzgründern, dass sie ihren Erfolg in erster Linie der Tatsache verdanken, selbst aktiv geworden zu sein.

Heiße Phase hat bereits begonnen

In vier neuen Regionalprojekten hat gerade die heiße Phase begonnen. In Kiel steht dabei das Thema Unternehmensnachfolge im Mittelpunkt. Auszubildende und Studierende lernen, wie bereits existierende Betriebe fortgeführt und entwickelt werden können. In Nürnberg können Haupt- und Realschüler unternehmerische Schlüsselqualifikationen erwerben, indem sie, betreut von den Stipendiaten, eigenverantwortlich zum Beispiel ein Stadtteilfest auf die Beine stellen. Für eine unternehmerische Betätigung als Lebensperspektive wirbt auch das Team in Chemnitz. Unter anderem diskutieren dort Schüler und Studenten öffentlich mit Politikern, Arbeitnehmern, Unternehmern und Chemnitzer Bürgern über optimale Rahmenbedingungen für unternehmerische Entfaltung in der traditionsreichen Industrieregion.

Außergewöhnlich ist das Vorhaben in Mannheim. Dort kommen junge Menschen, die zurzeit arbeitslos sind, mit so genannten Post-Professionals zusammen - kürzlich aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Führungskräften, die sich weiterhin im weitesten Sinne unternehmerisch betätigen wollen. Sie stehen jungen Arbeitssuchenden beratend und unterstützend zur Seite, selbst gewählte Projekte in die Tat umzusetzen.

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